Nach Ausbruch

Legionellen-Skandal vor Gericht aufgearbeitet

Vorarlberg
18.08.2026 18:46
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Braunes Wasser, abgeschaltete Desinfektionsanlage und zwei Menschen in Lebensgefahr: Österreichs größte Legionellenwelle landete am Dienstag vor dem Landesgericht Feldkirch in Vorarlberg, wo sich der Legionellenskandal auch abgespielt hat – Urteil wurde am Dienstag keines gesprochen. 

Wer hatte den Stecker gezogen? Diese Frage stand im Zentrum eines Prozesses, der Österreichs bisher größte Legionellenwelle aufarbeitete. 43 Menschen infizierten sich, 42 landeten im Spital, mindestens zwei schwebten in Lebensgefahr. Der Saal war voll – Medien, Privatbeteiligtenvertreter, Betroffene. Angeklagt waren drei Männer: zwei Mitarbeiter des Verpackungsunternehmens Rattpack, einer eines Subunternehmens. Der Vorwurf: fahrlässige Gemeingefährdung und Umweltbeeinträchtigung. Der Kühlturm in Wolfurt sei nie auf Legionellen getestet, nie ordentlich gereinigt worden. Schon zu Prozessbeginn schoben sich die Angeklagten die Verantwortung gegenseitig zu.

Der leitende Rattpack-Mitarbeiter habe sich „auf den Mitarbeiter verlassen“. Dieser wiederum habe die Reinigung ans Subunternehmen ausgelagert – mit Rechnungen als Beweis. Dessen Verteidiger konterte scharf: „Das Beweisverfahren wird zeigen, dass einzig und allein Rattpack für diesen Kühlturm verantwortlich ist.“ Brisant: Der externe Kältetechniker berichtete, er habe die Desinfektionsanlage immer wieder „anstecken“ müssen – offenbar wurde sie regelmäßig abgesteckt. Warum, wusste niemand.

Auch dass der Kühlturm mit Wasser aus der Bregenzer Ach betrieben und braun gefärbt war, warf Fragen auf. Auf die Bedenken des Externen habe der Erstangeklagte nur mit Achselzucken reagiert: Das Wasser werde schon getestet. Für Empörung sorgte zudem ein Vorwurf gegen die Behörden: Amtssachverständige hätten trotz zweijährlicher Kontrollen nie in den Kühlturm geschaut – und auch keine Informationen dazu sehen wollen. Ein Verteidiger wurde deutlich: „Dass eine Behörde bei diesem Spiel mitmacht, ist äußerst fragwürdig.“ Und dem Unternehmen sei vor allem darum gegangen, „nicht in den Medien genannt zu werden“. 

Prozess wurde vertagt
Nach einer Verhandlungszeit von insgesamt neun Stunden wurde der Prozess schließlich vertagt. Wann der Prozess fortgesezt wird, ist noch nicht klar. Fix ist nur, dass dann auf jeden Fall auch ein Gerichtsgutachter einvernommen wird.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

17° / 22°
Symbol bedeckt
17° / 23°
Symbol bedeckt
18° / 26°
Symbol bedeckt
17° / 26°
Symbol leichter Regen
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung