Ersatz für Zivildienst

Schumann will soziales Jahr weiter anerkennen

Innenpolitik
17.08.2026 16:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) sagte, dass das Freiwillige Sozialjahr (FSJ) weiter als Zivilersatz anerkannt werden müsse. Das FSJ sei eine wichtige Unterstützung für soziale Einrichtungen und bringe junge Menschen mit Sozial- und Pflegeberufen in Kontakt.

Zuvor hatten NGOs die Befürchtung geäußert, dass es aufgrund der Wehrdienstreform Änderungen geben könnte. Es sei „widersprüchlich, junges Engagement fördern zu wollen, während man gleichzeitig Hürden für jene aufbaut, die bereit sind, sich für andere einzusetzen“, teilte die Diakonie mit. Mehr als 70 Prozent der Absolventinnen und Absolventen eines freiwilligen sozialen Jahres würden sich anschließend für eine Tätigkeit im Sozial- und Pflegebereich entscheiden.

Aktuell kann eine zehnmonatige durchgehende Teilnahme an einem Freiwilligen Sozialjahr auf den Zivildienst angerechnet werden. Einsätze sind zum Beispiel in der Betreuung alter Menschen, von Kindern oder im Rettungswesen möglich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen mindestens 17 Jahre alt sein, erhalten ein monatliches Taschengeld und bekommen die Fahrtkosten ersetzt.

Bei weiteren Verhandlungen über die Ausgestaltungen des Zivildiensts müssten auch die Auswirkungen auf das FSJ und damit auf die sozialen Einrichtungen berücksichtigt werden, sagte Schumann. „Zivildienst und freiwilliges Engagement dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beides ist für den sozialen Zusammenhalt in Österreich von großer Bedeutung. Ich werde mich dafür einsetzen, dass freiwilliges soziales Engagement auch künftig die Anerkennung bekommt, die es verdient“, kündigte die Sozialministerin an.

Ministerin Claudia Bauer (ÖVP)
Ministerin Claudia Bauer (ÖVP)(Bild: Imre Antal)

Bauer kann sich Änderungen vorstellen
Die für den Zivildienst zuständige Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) kann sich allerdings Änderungen vorstellen. Zuletzt habe es „Wildwuchs“ bei den Ersatzleistungen gegeben, sagte sie. Daher könne die Möglichkeit der Anerkennung künftig eingeschränkt werden. 

Wie berichtet, haben sich die Regierungsparteien auf eine Wehrdienstreform geeinigt. Ab Jänner 2027 soll der Wehrdienst neun Monate statt bisher sechs dauern. Der Zivildienst bleibt vorerst bei neun Monaten, kann aber verlängert werden, wenn die Zahl der Grundwehrdiener unter 15.000 fällt. Um die Reform durchzubringen, ist die Zustimmung der FPÖ oder Grünen nötig.

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