Es geht um 200 Jobs

Frächter-Millionenpleite: Sanierungsplan vorgelegt

Tirol
17.08.2026 07:47

Die Millionenpleite um die Firma Nothegger Transport Logistik GmbH mit Sitz im Tiroler Unterland sorgte Anfang März für ein gewaltiges Beben in der heimischen Frächterszene. Nun steht das Unternehmen vor einem entscheidenden Schritt im laufenden Insolvenzverfahren. Ein Sanierungsplanvorschlag wurde bei Gericht eingebracht.

Das Unternehmen habe der zuständigen Insolvenzrichterin einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent für die Gläubiger vorgelegt, berichtete der Kreditschutzverband von 1870 Montagfrüh.

Ob der Plan angenommen wird, könnte auch über die Zukunft von knapp 200 Arbeitsplätzen entscheiden.

„Große Probleme, Betrieb aufrechtzuerhalten“
Seit der Insolvenzeröffnung im März 2026 wird der Betrieb von der Insolvenzverwalterin HRR Rechtsanwälte GmbH aus Wörgl fortgeführt. Die Ausgangslage war schwierig: „Aufgrund der angespannten Liquiditätssituation“ bestanden unmittelbar nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens „große Probleme, den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten.“ „In den letzten Wochen und Monaten gelang es der Insolvenzverwaltung diesbezüglich Stabilität ins Unternehmen zu bringen“, schilderte der Kreditschutzverband von 1870 weiter.

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Aus unserer Sicht erscheint es schwierig bis unmöglich, die Sanierungsplanquote in den kommenden zwei Jahren allein aus dem laufenden Betrieb zu erwirtschaften.

Klaus Schaller, Leiter des KSV1870 in Tirol

24 Millionen Euro anerkannte Forderungen
Die finanzielle Dimension des Verfahrens ist beträchtlich. Bislang haben Gläubiger Forderungen von rund 60 Millionen Euro beim Gericht angemeldet. Davon seien laut KSV von 1870 nach aktuellem Stand rund 24 Millionen Euro als berechtigt anerkannt worden.

Dieser Betrag könnte allerdings noch steigen. Der KSV von 1870 weist darauf hin, dass bis zum Abstimmungstermin über den Sanierungsplan weitere Forderungen in Millionenhöhe schlagend werden könnten. Gleichzeitig sei davon auszugehen, dass ein erheblicher Teil der angemeldeten Forderungen bestritten wird – „insbesondere Ansprüche anderer Gesellschaften der Nothegger-Gruppe.“

KSV1870 sieht Finanzierung als zentrale Frage
Der Sanierungsplan sieht die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent vor. Für den KSV1870 sei allerdings nicht nur die Höhe der Quote entscheidend. Im Mittelpunkt steht vor allem die Frage, wie diese Zahlungen tatsächlich finanziert und abgesichert werden sollen.

„Aus unserer Sicht erscheint es schwierig bis unmöglich, die Sanierungsplanquote in den kommenden zwei Jahren allein aus dem laufenden Geschäftsbetrieb zu erwirtschaften. Daher wird die Nothegger Transport Logistik GmbH aus unserer Sicht verbindliche Zusagen Dritter vorlegen müssen, die eine verlässliche Finanzierung und damit die fristgerechte Erfüllung der Sanierungsplanquoten sicherstellen“, betonte Klaus Schaller, Leiter des KSV1870 in Tirol. 

Zukunft von 200 Mitarbeitern weiter offen
„Das Schicksal der knapp 200 Mitarbeiter der Nothegger Transport Logistik GmbH ist weiterhin offen“, so der Kreditschutzverband weiter

Entscheidend werde sein, ob das Unternehmen eine tragfähige Einigung mit seinen Gläubigern erreicht und den operativen Betrieb langfristig profitabel führen kann. „Eine Schließung des Unternehmens wäre nicht nur für die betroffenen Mitarbeiter und deren Familien ein schwerer Einschnitt, sondern würde auch die Region wirtschaftlich belasten.“

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