300 Mitarbeiter tätig

Millionenpleite: Beben in heimischer Frächterszene

Tirol
09.03.2026 13:51

Eine Millionenpleite sorgt für ein Beben in der heimischen Frächterszene: Über das Vermögen der Firma Nothegger Transport Logistik GmbH, ein internationales Logistik- und Transportunternehmen, wurde am Montag am Landesgericht Innsbruck aufgrund eines Gläubigerantrags ein Konkursverfahren eröffnet. 300 Mitarbeiter sind betroffen.

Über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens berichteten am Montagnachmittag der Kreditschutzverband von 1870, der Alpenländische Kreditorenverband und Creditreform. Das Unternehmen Nothegger Transport Logistik GmbH mit Sitz in St. Ulrich am Pillersee (Bezirk Kitzbühel) ist ein internationales Unternehmen und beschäftigt etwa 300 Mitarbeiter.

Gesundheitskasse stellte Antrag
Das Insolvenzverfahren wurde sei aufgrund eines Gläubigerantrages eröffnet worden. „Die ÖGK stellte wegen Beitragsrückständen in Millionenhöhe den Antrag auf Insolvenzeröffnung, zuletzt hafteten bereits rund 3,18 Millionen  Euro aus“, schilderte der AKV in einer Aussendung.

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Die ÖGK stellte wegen Beitragsrückständen in Millionenhöhe den Antrag auf Insolvenzeröffnung.

Alpenländischer Kreditorenverband

„Frisches Geld“ blieb vorläufig aus
Vonseiten des KSV von 1870 hieß es: „Laut Geschäftsführer der Insolvenzschuldnerin war im Vorfeld der Insolvenzeröffnung der Einstieg eines Investors geplant. Offensichtlich war die Insolvenzschuldnerin nicht in der Lage, rechtzeitig ,frisches‘ Geld zu organisieren.“

Offenbar war auch angedacht worden, eine Liegenschaft kurzfristig zu verkaufen. „Dieses Rechtsgeschäft konnte nicht rechtzeitig finalisiert werden. Das Landesgericht Innsbruck kam sohin zum Schluss, dass die Insolvenzvoraussetzungen bei der Nothegger Transport Logistik GmbH vorliegen“, so der Kreditschutzverband weiter.

Geschäftsführer will Betrieb fortführen
Das Konkursverfahren sei am Montag völlig überraschend gekommen, so Geschäftsführer Karl Nothegger gegenüber dem ORF. Am Freitag habe man den zuständigen Stellen einen Vorvertrag für einen Liegenschaftsverkauf vorgelegt, mit dem die Rückstände mehr als doppelt abgedeckt werden hätten können. Man wolle das Unternehmen auf jeden Fall fortführen. Es wird betont, dass die Nothegger Systemlogistik nicht betroffen sei.

Die heimische Logistik- und Transportbranche wird von einer Millionenpleite erschüttert ...
Die heimische Logistik- und Transportbranche wird von einer Millionenpleite erschüttert (Symbolbild).(Bild: Christof Birbaumer)

Verbindlichkeiten von 7,4 Millionen Euro
Die Insolvenzschuldnerin gehe im Insolvenzeröffnungsverfahren von Verbindlichkeiten in Höhe von rund 7,4 Millionen Euro aus. Wie es mit der Firma und ihren 300 Mitarbeitern nun weitergeht, war noch nicht bekannt. Auf die Dienstnehmer würden „jedenfalls unsichere Zeiten zukommen“.

Wurden Corona-Nachwehen zum Verhängnis?
Über die Gründe dieser Insolvenz würden derzeit noch keine geprüften Informationen vorliegen. Dem KSV von 1870 sei aber bekannt, „dass die Insolvenzschuldnerin während der Corona-Pandemie die Möglichkeit der Stundung von öffentlich-rechtlichen Abgaben wie Steuern und Sozialversicherungsbeiträge großzügig in Anspruch genommen hat.“ Nunmehr seien diese gestundeten Beträge rückzuführen. „Dies belastete die Liquiditätssituation im Unternehmen stark.“

Die Insolvenzverwaltung werde jetzt jedenfalls zeitnah zu prüfen haben, ob eine Fortführung der Nothegger Transport Logistik GmbH im Rahmen des Insolvenzverfahrens ohne weitere Nachteile für die Gläubiger überhaupt möglich ist. Für die Mitarbeiter heißt es also vorerst: Hoffen und bangen ...

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