Am Samstag waren elf Menschen bei israelischen Angriffen im Libanon gestorben, darunter Frauen und Kinder. Die israelische Armee hat nun angekündigt, weitere Attacken gegen die Hisbollah-Miliz ausführen zu wollen. „Keine Rechnung wird offen bleiben“, sagte Verteidigungsminister Israel Katz am Sonntag.
Nach israelischen Angaben waren die jüngsten Angriffe eine Reaktion auf den Einsatz von mit Sprengstoff bestückten Drohnen in der sogenannten Sicherheitszone. Demnach wurden drei israelische Streitkräfte schwer verletzt, darunter ein Offizier. Die Sicherheitszone, die von den Israelis kontrolliert wird, reicht etwa zehn Kilometer in den Libanon.
Das israelische Militär griff am Samstag mindestens drei Ortschaften an. Insgesamt wurden elf Menschen getötet und mindestens 17 weitere verletzt. Getötet wurden zwei Hisbollah-Kommandanten, wovon einer an dem Einsatz der Drohnen beteiligt gewesen sein soll, aber auch Frauen und Kinder. Das libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, dass ein Wohnhaus getroffen worden sei. „Netanyahu (Israels Regierungschef, Anm.), gegen den vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gazastreifen ermittelt wird, ist erneut für die Tötung libanesischer Zivilisten verantwortlich“, sagte die Hisbollah und drohte mit Vergeltung.
Familie “unbeabsichtigt“ getroffen
Netanyahu warf der Hisbollah wiederum vor, Zivilpersonen bewusst Gefahren auszusetzen. Die israelische Armee sagte, erst im Nachhinein erfahren zu haben, dass die Familie eines Kommandanten bei der Attacke mit ihm im Haus gewesen sei. Die anderen Familienmitglieder seien nicht das Ziel gewesen. Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam sagte, Israel müsse die „gefährliche Eskalation“ beenden.
Israel und der Libanon hatten sich im Juni auf ein Abkommen geeinigt, das die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz, einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden und die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vorsieht. Die Hisbollah lehnt die Gespräche zwischen Netanyahus Regierung und der libanesischen Regierung jedoch ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben. Die Attacken vom Samstag sind die folgenschwersten seit der Einigung im Juni.
Neue Verhandlungen für September geplant
Die Hisbollah hatte den Libanon in den Iran-Krieg hineingezogen, indem sie Raketen auf Israel abfeuerte. Seither wurden bei Luftangriffen und einer Bodenoffensive mehr als 4000 Menschen im Libanon getötet. Für Anfang September sind neue Verhandlungen in Rom geplant.
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