Finanzen unter Lupe

Villach sucht neuen Direktor für Rechnungshof

Kärnten
16.08.2026 18:00

Im Magistrat Villach wird der Posten des obersten, unabhängigen Finanzprüfers frei – der bisherige Stadtrechnungshofdirektor Hannes Liposchek geht in den Ruhestand.

Die Funktion des Stadtrechnungshofdirektors ist wichtig: Er leitet den Stadtrechnungshof und damit die unabhängige Finanzkontrolle in Villach. Der Direktor und die Mitarbeiter prüfen, ob öffentliche Mittel auch wirklich sparsam, zweckmäßig und auch rechtmäßig verwendet wurden.

Zum Prüfungsumfang gehören neben der Gebarung der Stadt auch die städtischen Unternehmungen sowie die von der Stadt verwalteten Stiftungen und Fonds. Der Direktor des Stadtrechnungshofes bestimmt Art und Durchführung der Kontrolle selbst. Prüfungen erfolgen von Amts wegen oder verpflichtend auf Verlangen von Gemeinderat, Stadtsenat, Kontrollausschuss oder Bürgermeister.

Bewerber müssen unabhängig sein
Die Bestellung des neuen Direktors oder der neuen Direktorin erfolgt durch den Gemeinderat – die Bewerber dürfen natürlich kein Mitglied des Gemeinderates oder Stadtsenats sein und auch in den vergangenen fünf Jahren kein Mitglied des Stadtsenats gewesen sein. Die Amtsperiode beträgt zehn Jahre und kann einmalig verlängert werden. 

Der bisherige Stadtrechnungshofdirektor Hannes Liposchek wurde am 1. Jänner 2008 zum Kontrollamtsdirektor bestellt und durch eine Änderung des Stadtrechts ist er seit 2023 Stadtrechnungshofdirektor.

Campingbad-Prüfung noch immer ausständig
Der Bericht zum Campingbad in Annenheim hat den Villacher Stadtrechnungshof kürzlich in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt. Dabei wurden zahlreiche Mängel aufgedeckt. Die Folgeprüfung, die Bürgermeister Günther Albel in Auftrag gegeben hat, ist noch im Laufen. Derzeit werden auch verschiedenste rechtliche Konsequenzen geprüft.

Eines lässt sich zumindest sagen: Der Stadt ist zumindest kein finanzieller Schaden entstanden. Der Darlehensbetrag an die Stadt wurde zwischenzeitlich zurückgezahlt. Aufgrund der Verzinsung hat die Stadt sogar eine um 40.000 Euro höhere Summe zurückerhalten, als ursprünglich zur Verfügung gestellt wurde, heißt es aus dem Magistrat.

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