Neue Doku

Charlie Chaplin: Auf Spuren des Unverfälschten

Burgenland
14.08.2026 10:59

„Roma. Eine filmische Annäherung“ führt durch die bewegende Geschichte einer Volksgruppe – begleitet von Charlie Chaplins Enkelin Carmen.

Regisseur Robert Dornhelm, Autor Michael Köhlmeier und Produzent Norbert Blecha – wenn drei Größen ihres Genres gemeinsam arbeiten, entstehen Meisterwerke von Weltformat. So geschehen mit „Roma. Eine filmische Annäherung“. Gewidmet ist die feinsinnige Doku, die am Sonntag um 18.25 Uhr in ORF 2 gezeigt wird, der Geschichte, Kultur und Gegenwart einer Volksgruppe, die seit Jahrhunderten in Österreich verwurzelt ist und dennoch bis heute mit Vorurteilen konfrontiert wird. Die Zeitreise spannt einen Bogen von den 1930er-Jahren bis ins Jetzt.

Erzählungen einer lebendigen Kultur
Einprägsam ist der Leitsatz der „filmischen Annäherung“, der eigentliche Titel der mehrteiligen Doku, wie Norbert Blecha im „Krone“-Gespräch in Eisenstadt betont: „Erst wenn ihr geworden seid wie wir, dürft ihr sein, wie ihr seid.“ Diese tiefgründige Aussage verweist auf die lange Vergangenheit der Anpassung, Verfolgung und Zurückweisung. Doch nicht die historische Gewalt steht im Fokus der szenischen Aufarbeitung, vielmehr wird von der lebendigen Kultur erzählt: „Von Musik, Traditionen, Familiengeschichten, Erinnerungen und dem Stolz, die eigene Geschichte selbst zu erzählen“, ist in einer Doku-Beschreibung nachzulesen.

Chaplins Villa in der Schweiz ist ein beliebtes Museum.
Chaplins Villa in der Schweiz ist ein beliebtes Museum.(Bild: Karl Grammer)

Die Roma-Community war im Film eingebunden, hat mitgewirkt. In Oslip wurde eine Kulisse erschaffen, die ein Roma-Lager von früher widergespiegelt hat – mit Gesang, Tanz, Kochen.

Erinnerungen an den ganz Großen der Kinoleinwand
Die viel beachtete Doku führt sogar zum allerersten Weltstar des Kinos, Charlie Chaplin (1889-1977). Der britische Komiker hatte sich selbst auch mit Roma-Wurzeln in Verbindung gebracht. Seine Enkelin, Carmen Chaplin (49), die mit „The Tramp“ eine eigene Doku über ihren Großvater geschaffen hat, war an dem Dornhelm-Köhlmeier-Blecha-Projekt mit Begeisterung beteiligt. Die amerikanisch-spanisch-französische Schauspielerin war mit ihrer Tochter und ihrem Mann für die Dreharbeiten in Österreich.

Filmproduzent Norbert Blecha mit Carmen Chaplin und ihrer Tochter am Rande der Dreharbeiten für ...
Filmproduzent Norbert Blecha mit Carmen Chaplin und ihrer Tochter am Rande der Dreharbeiten für die Roma-Doku.(Bild: Terra Film)

„Totaler Perfektionist“
„Von Wien war Carmen Chaplin besonders angetan. Sie und ihre Familie waren eine Woche lang meine Gäste“, sagt der Filmproduzent. Ihren berühmten Großvater habe Carmen Chaplin in jungen Jahren nur als „freundlichen, alten Mann mit weißen Haaren“ gekannt, wie die gebürtige Londonerin erzählte. Am Set sei Charlie Chaplin hingegen ein „totaler Perfektionist“ gewesen, wie sie erst später erfahren hat.

Die internationale Wanderschaft der Roma-Doku geht weiter. Im Kulturinstitut in London steht die Präsentation im Oktober bevor.

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