Ob im O-Bus auf dem Weg zur Vorstellung, während der Zigarette vor der Premiere oder beim Anstehen in der WC-Schlange, mit dem Schnellcheck sind Sie in nur 2 Minuten perfekt auf den Abend vorbereitet. Die „Krone“ hat die wichtigsten Informationen zu „Der Menschenfeind“ von Molière (Premiere: Samstag, 15. August, 19 Uhr).
Worum geht’s? Ehrlichkeit wird überschätzt. Das wusste Molière schon 1666, lang bevor aus Selbstdarstellung ein Geschäftsmodell und aus jeder Mahlzeit ein Instagram-Post wurde. Bei den Festspielen stellt er die unangenehme Frage, wie viel Heuchelei eine Gesellschaft braucht, damit ihre Mitglieder einander aushalten.
Handlung: Alceste hasst falsche Komplimente, höfliches Geplauder und gesellschaftliche Spielchen. Ausgerechnet er liebt Célimène, eine junge Witwe, die genau darin ziemlich gut ist. Sie empfängt in ihrem Salon mehrere Verehrer, lästert mit ihnen über andere und hält sich offen, wen sie tatsächlich liebt. Alceste will von ihr endlich ein Bekenntnis – und gerät dabei mit seinen Rivalen aneinander. Gleichzeitig droht ihm wegen seiner kompromisslosen Art selbst Ärger vor Gericht. Dann fliegen Briefe auf, in denen Célimène jeden ihrer Verehrer verspottet. Einer nach dem anderen zieht sich zurück. Nur Alceste will ihr verzeihen, wenn sie mit ihm fernab der Gesellschaft lebt. Célimène ist das dann doch zu viel. Sie bleibt, Alceste geht allein.
Angeberwissen für die Pause: Bei der Uraufführung 1666 wurde es auch privat interessant: Molière spielte den eifersüchtigen Alceste selbst. Das Stück gilt als eines seiner persönlichsten. Als Célimène besetzte er ausgerechnet seine rund 20 Jahre jüngere Ehefrau Armande Béjart. Ob da beim Spielen gelegentlich Kunst und Ehe aneinandergerieten, bleibt der Fantasie überlassen.
Larissa Schütz
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