Der Tiroler Landesenergieversorger Tiwag ändert aufgrund neuer Vorgaben durch Väterchen Staat die Lieferbedingungen. Die Preisgestaltung wird dadurch transparenter, heißt es. Wegen der Trockenheit bestehe derzeit bei der Stromversorgung noch kein Grund zur Sorge.
Post von der Tiwag bekommen in der nächsten Woche rund 300.000 Kundinnen und Kunden in ganz Tirol. Grund dafür ist das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), das Ende 2025 beschlossen wurde, und nun in die Allgemeinen Lieferbedingungen aufgenommen wird. „Wesentlichste Änderung ist das Preisanpassungsrecht. Alle unsere Bestandskunden werden anhand dieses Rechts behandelt“, erklärt Tiwag-Vertriebsleiter Christian Nagele.
Heißt konkret: Wenn sich die Entstehungs- und Beschaffungskosten für die Energieversorgung ändern, kann die Tiwag die Preise entsprechend anpassen. „Das kann nach oben oder nach unten gehen“, meint Nagele, „wenn es nach oben geht und die Kosten in der Beschaffung wieder sinken, ist eine Frist von sechs Monaten vorgesehen, innerhalb derer die Preise wieder gesenkt werden müssen.“
Das neue Gesetz stärkt die Transparenz und schafft zusätzliche Rechte für Verbraucher. Am attraktiven Preis ändert sich bis Ende März nichts.

Tiwag-Vertriebsleiter Christian Nagele
Bild: Christof Birbaumer
Digitale Kommunikation wird Standard
Ebenfalls wichtig: Bei den Produkten haben die Kunden die Wahl zwischen befristeten und unbefristeten Verträgen sowie Verträgen ohne zeitliche Bindung. „Das sind am Spotmarkt am Großhandelspreis orientierte Produkte“, verdeutlicht der Vertriebsleiter.
Zudem ist bei neuen Verträgen als Standard die digitale Kommunikation vorgesehen. „Wenn jemand seine Schreiben und Rechnungen trotzdem per Post erhalten möchte, muss er sich aktiv bei uns melden.“
Tiwag als Auffangversorger zuständig
Auch ein „Schutznetz“ wurde vom Gesetzgeber integriert. „Die Tiwag ist in Tirol – abgesehen vom Raum Innsbruck, wo das die IKB übernimmt – für die Auffangversorgung zuständig. Wenn Lieferanten am Markt verschwinden und die Kunden plötzlich ohne Vertrag dastehen, werden sie für sechs Monate von uns beliefert.“ Die plötzliche Abschaltung vom Strom ist somit nicht mehr möglich. Nicht zuletzt wurde vom Gesetzgeber das Recht auf Ratenzahlung eingeführt.
Die Lage ist zwar angespannt, aber niemand muss sich Sorgen um eine Strommangellage machen.

Tiwag-Vertriebsleiter Christian Nagele
Bild: Christof Birbaumer
Und wie sieht es angesichts der Hitzewelle und Trockenheit generell mit den Speicherseen aus? „Die Lage ist zwar angespannt, aber niemand muss sich Sorgen um eine Strommangellage machen“, meint Nagele, der abschließend sagt, dass „sich bis Ende März auch am Strompreis nichts ändert.“
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