Am Kärntner Equal Pension Day besucht Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) im Rahmen seiner Österreich-Tour Villach. Die Aufregung um seinen Kinderbetreuungssager hält an – er erwartet mehrere Fragen in diese Richtung.
„Die bisherigen Bürgergespräche waren sehr wechselhaft, das letzte besonders“, begann Stocker in Villach in Hinblick auf den Aufruhr, den sein Kinderbetreuungssager (siehe Box unten) ausgelöst hat.
Ob er die Wut der Frauen versteht, die am Montag vor dem Bundeskanzleramt protestiert haben? „Ich verstehe, dass dieser eine Satz viele Menschen verletzt hat, er war nicht als Geringschätzung gemeint – das war nicht meine Absicht.“
„Wozu ich aber stehe“, so Stocker vor dem Bürgergespräch zur „Krone“: „ist, dass Kinderbetreuung eine wertvolle Arbeit für die Gesellschaft ist – weil man das nicht in Stunden messen kann, keinen Urlaub hat. Der Staat bezahlt diese Arbeit nicht im Sinne entgeltlicher Lohnarbeit – das habe ich gemeint.“
„Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit, weil Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen. Familie ist nicht in bezahlter Arbeit zu rechnen. Wenn wir Familien als Business Case sehen, wenn wir Familien als Rechenbeispiel begreifen, dann ist das ein anderes Familienbild als das, das ich habe. Familie ist Verantwortung für einander, Familie ist Ja zueinander zu sagen, Familie ist etwas zu tun, ohne etwas dafür zu bekommen. Ich habe meine Kinder nicht erzogen als Rechenbeispiel.“
- Bundeskanzler Christian Stocker, 6. August 2026
„Care-Arbeit – das ist ja nicht nur Kinderbetreuung, auch Betreuung von Eltern, die wird vorwiegend von Frauen getragen – führt dazu, dass es in der Pension finanzielle Nachteile geben kann“, sprach Stocker den Equal Pension Day an. In Österreich bekommen Frauen im Durchschnitt um 39,7 Prozent weniger Pension als Männer – in Kärnten sind es 38,8 Prozent. Der Kanzler nannte Pensionssplitting und Väterkarenz als Mittel dagegen: „Das kann in Anspruch genommen werden.“ Auch die geplante Lohntransparenzrichtlinie würde helfen.
Stocker: Nein zu verpflichtendem Pensionssplitting
Gegen eine Verpflichtung des Pensionssplittings bzw. der Väterkarenz spricht sich Stocker explizit aus: „Wir müssen Angebote so schaffen, dass sie auch angenommen werden können. Die Vorschreibung, wie jemand sein Leben und seine Familie organisieren soll, ist nicht meine Sache. Die Entscheidung, wer in Karenz geht und wer das Pensionssplitting in Anspruch nimmt, muss in den Familien liegen.“
„Welche Faktoren führen dazu, dass viele Kinder auf die Welt kommen? Zum Beispiel Kinderbetreuung und die allgemeine Einschätzung, ob man positiv oder negativ in die Zukunft blickt. Diese und die Vorgängerregierung haben das massiv gestützt“, zählt Stocker Beispiele wie das zweite verpflichtende Kindergartenjahr auf.
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