Die lange Hitze setzt nun auch dem Wein zu: Niederösterreichs Weinbauern befürchten vielerorts weniger Ernteertrag – zumindest, wenn nicht sehr bald genug Regen fällt.
Noch hängen die Trauben an den Reben: unreif, ausgedörrt und viel zu klein. Die Ernte beginnt im September, bis dahin hoffen die Bauern auf jeden Tropfen Regen. Eventuell werde man die Ernte heuer früher starten. „Aber es steht schon fest, dass der Ertrag deutlich geringer wird als im Vorjahr“, sagt NÖ-Weinbaupräsident Reinhard Zöchmann, als er seine Reben im Weinviertel betrachtet. Er spricht von ungefähr 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Wobei der Sommer im Jahr 2025 für die Reben ein richtiger Luxus war: ein schöner, nicht zu heißer August, kein Hagel, kein Sturm – „und ein besonders süßer Jahrgang“.
Ein Jahr später hat sich die Szene komplett verändert. Die Trockenheit und die Hitzewellen haben das Wachstum der Trauben gehemmt und die Reifung verlangsamt. Was in manchen Regionen an den Reben hängt, kann noch lange kein Wein werden. „Es ist so: Zu viel Feuchtigkeit wäre für die Reben auch nicht gut. Das kann zu Pilzbefall führen“, erklärt Zöchmann. Die Trockenheitsgrenze wurde in diesem Jahr aber schon weit überschritten.
Der Weinbauexperte möchte dennoch beruhigen, denn Wein ist nicht gleich Wein. „Jede Sorte reagiert anders auf die Hitze, in manchen Regionen sieht es besser aus“. In einigen Regionen Frankreichs habe man diese Woche aber schon mit der Ernte begonnen, um schlimmere Hitzeschäden zu vermeiden. In Niederösterreich blickt man noch sorgenvoll zum Himmel, und vertraut gewissermaßen auf die Natur.
Sonnenbrand-Gefahr bei Trauben
„Ein Rebstock kann sich gegen Hitze bis zu einem gewissen Grad selbst schützen“. Ist der Pflanze zu heiß, lässt sie Wasser aus ihren Ästen verdunsten, um sich abzukühlen. Nur müsste laut Zöchmann dafür auch vom Winter noch genügend Wasser im Boden sein. Hat es dann aber auch noch über 40 Grad, haben die einzelnen Trauben einen „Sonnenbrand“! Ihre Haut bekommt rötlich-braune Flecken.
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