Überraschende Wende

ORF-Stiftungsrat Schütze wirft das Handtuch

Innenpolitik
11.08.2026 17:45

13 Zugänge und ein Abgang, mit dem am Küniglberg wohl keiner mehr gerechnet hatte: Ausgerechnet an jenem Tag, an dem der ORF sein neues Führungsteam komplett hat, zieht ÖVP-Stiftungsrat Gregor Schütze die Reißleine und verkündete seinen Rückzug.

Eigentlich war schon alles vorbei. Die 13 Direktoren waren bestellt, das neue Führungsteam rund um den künftigen ORF-Boss Clemens Pig ist damit komplett. Doch dann sorgte ausgerechnet Gregor Schütze am Ende der brisanten Stiftungsratssitzung noch einmal für einen Paukenschlag! Der bisherige Stellvertreter von Stiftungsratschef Heinz Lederer wirft das Handtuch und zieht sich aus dem ORF-Gremium zurück.

Gemeinsam mit seinem roten Pendant Heinz Lederer (re.) stand Gregor Schütze in den letzten ...
Gemeinsam mit seinem roten Pendant Heinz Lederer (re.) stand Gregor Schütze in den letzten Monaten heftig in der Kritik.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

„Es ist dies aber nicht nur ein Meilenstein für den ORF, sondern auch für mich ganz persönlich“, erklärte Schütze in einem Schreiben, das er am Ende der Sitzung im Stiftungsrat verlesen hatte. Mit der heutigen Bestellung ist seine Arbeit offenbar erledigt: „Ich werde im Anschluss an diese Sitzung mit dem heutigen Tag meine Funktion als ORF-Stiftungsrat zurücklegen“, so Schütze, der auch schon bei der Präsentation der neuen Direktoren am Nachmittag fehlte. Er wolle sich künftig wieder ausschließlich auf sein Unternehmen konzentrieren.

Abgang nach turbulenten Monaten
Die vergangenen Monate hatten den ORF ordentlich durchgeschüttelt und auch Schütze selbst immer wieder in die Bredouille gebracht. Gemeinsam mit Lederer stand er nicht selten in der Kritik. Diese Zeit hätten „uns alle stark gefordert“, meinte Schütze. Gleichzeitig aber gezeigt, „dass der ORF resilient genug ist, um große Krisen zu überstehen“. Für ihn sei es „nie eine Option“ gewesen, den ORF schon in diesen „stürmischen Zeiten“ zu verlassen.

Neben der Aufarbeitung „diversester Missstände“ sei es ihm darum gegangen, eine „neue Ära einzuleiten“. Denn der ORF müsse „grundlegend verändert“ werden, die „Strukturen seien in die Jahre gekommen“. Am Ende des Schreibens bedankte sich Schütze bei allen Mitgliedern des Stiftungsrates, „insbesondere bei dem Vorsitzenden Heinz Lederer für die gute Zusammenarbeit“.

Ethikrat soll Armin Wolf für „Schütz“-Posting gerügt haben
Während Schützes letzter Stiftungsratssitzung soll es übrigens auch Konquenzen für eine andere ORF-Größe gegeben haben: Der Ethikrat habe laut FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler entschieden, dass das Posting von Armin Wolf gegen „Exxpress“-Herausgeberin Eva Schütz gegen den Ethikkodex verstoße. Der ZiB2-Anchorman hatte sich über die Bewerbung von Schütz für den ORF-Generaldirektorenposten geärgert und ihr Medium eine „rassistische Fake-News-Schleuder“ genannt.

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