Die Aufarbeitung der NS-Zeit ist noch nicht abgeschlossen. Jetzt werden 1432 Objekte – kostbare Mineralien – an die Stifte Wilhering und Hohenfurth/Vyšší Brod zurückgegeben. Sie schlummerten bisher in Holzkisten im Francisco Carolinum, das zum OÖ Landesmuseum gehört.
„Ein Museum muss sich nicht nur mit dem beschäftigen, was es bewahrt, sondern ebenso mit der Frage, wie diese Objekte in seine Sammlungen gelangt sind“, sagt Alfred Weidinger, Geschäftsführer der OÖ Landes-Kultur GmbH. Seit vier Jahren wird deshalb die Geschichte des OÖ Landesmuseums und seiner Sammlungen systematisch aufgearbeitet. Die Herkunft der Objekte steht im Zentrum der Provenienzforschung.
Holzkisten mit wertvollen Mineralien
Bereits 2016 waren bei Arbeiten auf dem Dachboden des Francisco Carolinum mehrere Holzkisten voller Mineralien entdeckt worden. Erst 2024 und 2025 wurden die Funde vollständig untersucht. Dabei identifizierten Experten umfangreiche Bestände aus den Stiften Hohenfurth in Süd-Böhmen und Wilhering, die teilweise noch in ihren historischen Verpackungen aus der NS-Zeit erhalten waren.
Am Dachboden vergessen
Besonders bemerkenswert ist der Fall Wilhering: Zwar wurden Teile der naturwissenschaftlichen Sammlungen bereits nach 1945 zurückgegeben, wesentliche Teile der mineralogischen Schausammlung galten jedoch als verschollen. Laut Provenienzforschung waren einige Kisten vermutlich über Jahrzehnte in Vergessenheit geraten und wurden erst 2016 wiederentdeckt.
„Oberösterreich stellt sich seiner Geschichte und übernimmt Verantwortung“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer. Wenn Eigentum während der NS-Herrschaft unrechtmäßig entzogen worden sei, müsse daraus Konsequenzen gezogen werden.
Die Oberösterreichische Landesregierung beschloss daher einstimmig die Rückgabe der umfangreichen mineralogischen Sammlungsbestände an die beiden Stifte.
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