Die Folgen der Hitze:

Wo einst 3 Meter Wasser waren, ist jetzt nur Sand

Oberösterreich
10.08.2026 15:32

Wo früher Kinder von einer Brücke ins drei Meter tiefe Wasser sprangen, ist von der Gusen derzeit kaum noch etwas übrig. Beim Lokalaugenschein mit Umweltlandesrat Stefan Kaineder in Langenstein wird sichtbar, wie dramatisch die Trockenheit im Land mittlerweile ist – und was dagegen getan werden soll.

Krasser könnte der Unterschied nicht sein: Wo bei der Flutkatastrophe 2013 das Wasser meterhoch stand, ist das Bachbett in diesem Hitzesommer komplett ausgetrocknet. Die Rede ist von der Gusen im Bezirk Perg im Mühlviertel, wo sich Umweltlandesrat Stefan Kaineder am Montag selbst ein Bild machte.

Von einem Bach ist hier kaum noch etwas zu sehen. Statt Wasser sehen wir beim Lokalaugenschein in Langenstein nur sandigen Untergrund. Bürgermeister Christian Aufreiter (SPÖ) sagt im Gespräch mit der „Krone“: „Von dieser Brücke, auf der wir jetzt stehen, sind wir früher in die Gusen gesprungen. Das Wasser war hier drei Meter tief.“

Landesrat Stefan Kaineder im trockenen Bachbett.
Landesrat Stefan Kaineder im trockenen Bachbett.(Bild: Werner Dedl)

Bürgermeister will im Bachbett graben
Der Ortschef will der Sache nun buchstäblich auf den Grund gehen. Er überlegt, mit einem Bagger ins trockene Bachbett zu fahren und zu graben. Alle wollen wissen, ob vielleicht darunter noch Wasser fließt – was an der Situation freilich nichts ändert.

Denn die Gusen ist mittlerweile über weite Strecken von extremem Niedrigwasser betroffen. Dort, wo überhaupt noch Wasser vorhanden ist, bleiben teilweise nur kleine Restwasserbereiche zurück. Diese können sich auf bis zu 24 Grad erwärmen. Für Fische wird das zum Problem: Sie können in einzelnen Tümpeln eingeschlossen werden, gleichzeitig verschlechtern die hohen Temperaturen die Bedingungen im Wasser. Landesrat Kaineder sagt beim Lokalaugenschein: „Wir sehen hier ganz klar, in welche Richtung es mit der Natur geht. Die Auswirkungen der klimatischen Veränderung sind hier ganz klar und eindeutig zu sehen.“

(Bild: Werner Dedl)

„Wie soll er seine Viecher füttern?“
In einem Gespräch mit Behördenvertretern, Bauern und dem Ortschef, die Mittel des Landes haben wollen, wird der Grüne noch deutlicher: „Schauts euch um, wie braun es überall ist. Erst letzte Woche hat mich ein Landwirt aus dem Mühlviertel angerufen und gefragt, wie er seine Viecher füttern soll.“

Und spätestens da geht es auch ums Geld. Denn Gemeinden, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft müssen sich zunehmend auf längere Trockenperioden, aber gleichzeitig auch auf Starkregen und Hochwasser einstellen. Kaineder: „Die Frage ist, wer es bezahlt, wenn wegen der extremen Wetterereignisse notwendigerweise Anpassungen gemacht werden müssen.“

600 Meter Waldaist werden umgebaut
Wie eine solche Anpassung aussehen kann, zeigt sich bei der Pfahnlmühle in Pregarten. Dort wird die Waldaist auf einer Länge von rund 600 Metern revitalisiert. Der bislang stark regulierte Fluss bekommt wieder mehr Platz und soll widerstandsfähiger gegen Wetterextreme werden.

Große Steine und massive Holzstrukturen sorgen für unterschiedliche Strömungen und Wassertiefen. Dadurch entstehen tiefere und kühlere Bereiche sowie Rückzugsräume für Fische. Gleichzeitig soll der Fluss bei Starkregen mehr Wasser aufnehmen und zurückhalten können. Damit soll ein und derselbe Umbau gegen zwei Extreme helfen: zu wenig Wasser während langer Trockenperioden und zu viel Wasser nach heftigen Niederschlägen.

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