Immer mehr Gemeinden kämpfen mit ihren Schwimmbädern, manche können sich den Betrieb kaum noch leisten. Die Badegäste verschwinden deshalb aber nicht – sie suchen sich andere Becken. Und das bekommt ausgerechnet Linz kräftig zu spüren. Warum eine mehr als zehn Jahre alte Planung jetzt zum Politikum wird und wer am Ende die Rechnung zahlen soll.
Wenn anderswo die Becken verschwinden, wird es in Linz enger. Rund 40 Prozent der Besucher der Linz-AG-Bäder kommen aus den Umlandgemeinden. Ein Umstand, der nicht neu ist – aber einer, bei dem die Stadtpolitik nun wieder das Land in die Pflicht nehmen will.
Bäderstudie ist über zehn Jahre alt
Denn die Grundlage für die Bäderplanung in Oberösterreich ist mittlerweile mehr als ein Jahrzehnt alt. 2015 wurde jene Bäderstudie präsentiert, die für ordentlich Wirbel sorgte: Von damals rund 230 Frei-, Strand- und Naturbadeanlagen sollten langfristig nur etwa 100 Standorte übrig bleiben. Hintergrund waren vor allem hohe Sanierungskosten bei vielen in die Jahre gekommenen Anlagen.
Für Kleine nur schwer zu stemmen
Der angekündigte Kahlschlag wurde später zwar politisch entschärft, das grundsätzliche Problem blieb aber bestehen: Gerade für kleinere Gemeinden sind öffentliche Bäder finanziell nur schwer zu stemmen. Und wo Angebote wegfallen oder eingeschränkt werden, weichen Badegäste, Schulen und Vereine zunehmend auf größere Anlagen aus. Das bekommt dann vor allem auch Linz zu spüren.
„Linz kann es nicht allein finanzieren“
Die SP-Gemeinderatsfraktion fordert einen kompletten Neustart. Noch heuer soll das Land den tatsächlichen Bedarf neu erheben. Schließlich haben sich seit der alten Studie nicht nur Bevölkerungszahlen und Einzugsgebiete verändert. „Öffentliche Bäder sind keine Luxusprojekte, sondern wichtige Infrastruktur für Sicherheit, Gesundheit und soziale Teilhabe. Linz ist bereit, seinen Teil zu leisten. Eine Bäderinfrastruktur, die den gesamten Zentralraum mitversorgt, kann die Stadt aber nicht allein finanzieren“, so SP-Stadtvize Karin Leitner.
Bei Oberösterreichs Bädern läuft seit Jahren ein bemerkenswertes Modell: Kleine Gemeinden können sich ihre Becken kaum noch leisten, sperren zu – und die Badegäste fahren eben dorthin, wo noch Wasser eingelassen wird. In Linz kommt fast jeder zweite Badegast aus dem Umland. Schön für die Statistik. Weniger schön, wenn die Rechnung dafür auch in Linz liegen bleibt.
Denn ein Schwimmbad finanziert sich nicht mit Eintrittskarten und gutem Wetter. Sanierung, Energie, Personal – all das kostet. Und zwar ordentlich. Wenn Bäder längst regionale Infrastruktur sind, sollte man sie auch so behandeln. Das Land OÖ kann jedenfalls nicht dauerhaft am Beckenrand sitzen und den Gemeinden beim finanziellen Absaufen zuschauen.
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