„Fremde Mächte“
Dobrindt: Drohnen-Vorfall ist „Anschlagsszenario“
Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hält den Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle für einen Anschlag, der auf hochprofessionelle Täter zurückgeht. „Fremde Mächte“ schließt er bei diesem „hybriden Anschlagsszenario“ als Drahtzieher nicht aus.
Man brauche dafür ein hohes Maß an Technikerfahrung und Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff. Außerdem sei davon auszugehen, dass es sich bei dem verwendeten Sprengstoff um militärischen Sprengstoff handelt.
„Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen müssen“, so Dobrindt.
Drohne in Nähe von vier ukrainischen Flugzeugen
Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht auf Mittwoch auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor sowie drei weiteren ukrainischen Flugzeugen. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung. Der Flugverkehr wurde nach dem Fund zwischenzeitlich eingestellt, mehrere Maschinen wurden umgeleitet.
Die Ermittler bestätigten zudem, dass eine DHL-Frachtmaschine nach dem Start mit einem „mutmaßlich zweiten unbekannten Flugobjekt“ zusammengestoßen sei. Die Maschine musste wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn durchstarten. Sie konnte sicher in Hannover landen, wo leichte Beschädigungen festgestellt wurden.
Bilder aus Leipzig:
„Neues Bedrohungsszenario“
Dobrindt warnte in der Pressekonferenz vor Spekulationen über Sprengstoff, Drohne und deren Herkunft. „Alle Spekulationen“ könnten „grundfalsch sein“. Man müsse in alle Richtungen ermitteln. Aber: „Dass eine Drohne bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario“, so Dobrindt. Man habe es mit einem Wettbewerb zu tun, der „möglicherweise auch fremde Mächte“ einschließe, die offensichtlich zu erheblicher Verunsicherung in Deutschland beitragen wollten.
Sicherheitsexperten vermuten Russland hinter dem Drohnen-Vorfall. Der Fund passe „ins Schema der russischen hybriden Angriffe gegen Deutschland“, sagte Nico Lange, der Direktor des Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit, zum Fernsehsender Phoenix.
Warten auf Drohnenabwehr
Seit vergangenem Herbst gibt es ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum zum Austausch zwischen Bund und Bundesländern, das laut Dobrindt auch im aktuellen Fall aktiv ist. Auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen warten die Flughäfen Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn allerdings noch.














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