Trump will Kontrolle

Umstrittener Grönland-Deal wird unterzeichnet

Außenpolitik
21.09.2026 21:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Was genau die USA künftig in Grönland dürfen, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Am Dienstag wollen US-Präsident Donald Trump, Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen dennoch ein bereits angekündigtes Sicherheitsabkommen unterzeichnen. Die Zeremonie findet am Rande der UNO-Generaldebatte in New York statt.

Die Vereinbarung soll um 10.30 Uhr Ortszeit (16.30 Uhr MESZ) im UNO-Gebäude unterzeichnet werden, teilte Frederiksens Büro am Montag mit. Vergangene Woche hatten die USA und Dänemark eine Einigung auf das Abkommen bekannt gegeben. Der konkrete Inhalt wurde bisher allerdings nicht veröffentlicht.

Dänemark betont Souveränität
Nach Angaben von Frederiksen erkennt das Abkommen die territoriale Souveränität Dänemarks sowie das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer an. Zudem sei die Vereinbarung für die NATO „vorteilhaft“.

Trump stellte den Inhalt hingegen anders dar. Nach seinen Angaben verschafft der Vertrag den USA eine „dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland“. Zudem sollen „Gegner“ der USA nach seinen Worten keine militärische Präsenz auf der Insel haben dürfen. Die dänische und die grönländische Seite bestätigten diese Darstellung bisher nicht in dieser Form.

Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach mit einer Annexion Grönlands gedroht. Dies hatte insbesondere beim NATO-Partner Dänemark für massive Irritationen gesorgt und Fragen über die Geschlossenheit des Militärbündnisses aufgeworfen.

USA wollen Militärpräsenz ausbauen
US-Medien berichteten zudem, dass die US-Armee drei neue Stützpunkte im Süden Grönlands errichten wolle. Bereits heute unterhalten die USA einen Militärstützpunkt auf der Insel. Ein Verteidigungsabkommen aus dem Jahr 1951 erlaubt Washington grundsätzlich, seine militärische Präsenz auszubauen, sofern Dänemark und Grönland darüber informiert werden.

Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb des dänischen Hoheitsgebiets. Die Insel liegt strategisch zwischen Nordamerika und Europa am Nordatlantik und am Arktischen Ozean. Außerdem befindet sie sich auf der direkten Strecke einer möglichen Raketenflugbahn zwischen Russland und den USA. Auf Grönland gibt es zudem wertvolle Rohstoffvorkommen.

Trump hatte seinen Vorstoß für eine stärkere Kontrolle über die Insel wiederholt mit Sicherheitsinteressen der USA begründet. China und Russland könnten andernfalls ihren Einfluss auf Grönland ausweiten, argumentierte der US-Präsident. Die nun geplante Unterzeichnung soll den überraschenden Durchbruch im Streit zwischen Washington, Kopenhagen und Nuuk formell besiegeln.

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