Was ist da los?
Flug-Chaos in den USA! Mehrere Airports lahmgelegt
Was zunächst nach einer technischen Panne aussah, sorgt an der US-Ostküste für weitreichende Behinderungen. An mehreren Flughäfen mussten Flüge vorübergehend gestoppt werden. Gleichzeitig warnt ein neuer Bericht des US-Rechnungshofs vor erheblichen Sicherheitslücken in den Kommunikationssystemen der US-Luftfahrt.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA verhängte am Montag gegen etwa 10 Uhr (Ortszeit) einen sogenannten Ground Stop für die Flughäfen Newark Liberty, Philadelphia International und Teterboro. Betroffen waren Funkfrequenzen bei der Philadelphia Terminal Radar Approach Control (TRACON). Am Flughafen Newark kam es zu Verspätungen bei Ankünften und Abflügen. Die FAA machte zunächst keine Angaben dazu, wodurch die Störung verursacht wurde.
Warnung vor Hacker-Angriffen
Die Störung fiel zeitlich mit der Veröffentlichung eines neuen Berichts des Government Accountability Office (GAO), des US-Rechnungshofs, zusammen. Darin wird gewarnt, dass die Systeme zur Kommunikation mit Flugzeugen unter anderem für sogenannte Spoofing- und Jamming-Angriffe anfällig sind. Die FAA habe die entsprechenden Risikoanalysen und Sicherheitsdokumentationen teilweise noch nicht abgeschlossen beziehungsweise aktualisiert.
Wie der „Guardian“ berichtet, verfügt die FAA zudem über kein Echtzeitsystem, mit dem sich sämtliche derartigen Bedrohungen erkennen lassen. Vorfälle können daher vielfach erst untersucht werden, nachdem sie gemeldet wurden. Der GAO-Bericht warnt, dass ein Angreifer etwa gefälschte Nachrichten an Flugzeuge schicken könnte – beispielsweise angebliche Aufhebungen von Flugfreigaben. Dies könnte zu Verspätungen und Störungen im Luftraum führen und im schlimmsten Fall Sicherheitsrisiken verursachen.
Zwei Systeme, die für den Versand von Textnachrichten an Flugzeuge eingesetzt werden, stammen laut dem Bericht noch aus einer Zeit vor modernen Cybersicherheitsstandards. Unter anderem fehle ihnen eine Verschlüsselung.
Senator spricht von „großer Bedrohung“
Der demokratische US-Senator Ron Wyden aus Oregon forderte angesichts des Berichts rasches Handeln. „Das Versagen der FAA, die Luftfahrtindustrie zur Nutzung sicherer Kommunikation zu verpflichten, ist eine große Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA, unsere Wirtschaft und die Sicherheit der fliegenden Öffentlichkeit“, erklärte Wyden laut „Guardian“.
Die FAA müsse so schnell wie möglich neue Standards erlassen, um die Sicherheit der Kommunikation von Fluggesellschaften zu gewährleisten, forderte der Senator.
Der GAO sprach insgesamt neun Empfehlungen aus. Dazu zählen formelle Risikoanalysen für sieben der acht untersuchten Systeme, eine kontinuierliche Überwachung auf Störungen, Spoofing und Jamming sowie verbindliche Vorgaben für den Austausch von Informationen. Das US-Verkehrsministerium erklärte laut Bericht im Namen der FAA, allen neun Empfehlungen zuzustimmen.
Nicht der erste Vorfall in Newark
Die aktuelle Störung reiht sich zudem in eine Serie von Problemen rund um den Flughafen Newark ein. Im April 2025 waren die Bildschirme von Fluglotsen dort für rund 60 bis 90 Sekunden ausgefallen. Gleichzeitig brach die Kommunikation mit Flugzeugen ab. Die FAA stoppte daraufhin Abflüge.
Später wurde die Philadelphia TRACON mit einer neuen Glasfaserverbindung an New York angebunden, wobei zwei getrennte Leitungswege zum Einsatz kamen. Damit sollte die Zuverlässigkeit der Verbindung verbessert werden.
Die Größenordnung des US-Luftverkehrs macht die Bedeutung solcher Systeme deutlich: Nach Angaben des GAO wickelt die FAA täglich mehr als 44.000 Flüge und rund drei Millionen Passagiere ab.
Auch Jamming und Spoofing im Ausland
Der GAO verweist in seinem Bericht zudem auf Fälle von Störungen und Manipulationen der Satellitennavigation im Ausland. Estland und Finnland haben Russland vorgeworfen, den Satellitenempfang in ihrem Luftraum zu beeinträchtigen. Moskau weist solche Vorwürfe zurück.
Im vergangenen September war auch ein spanisches Militärflugzeug betroffen, in dem sich der spanische Verteidigungsminister befand. Dabei kam es zu einer Störung des GPS-Signals über der Region rund um das russische Kaliningrad.
Wichtig ist dabei: Aus den bisherigen Informationen ergibt sich kein Hinweis darauf, dass die aktuelle Störung an den US-Flughäfen durch einen Hackerangriff verursacht wurde. Die Flugunterbrechung und die Warnungen des GAO vor möglichen Cyber- und Funksignal-Angriffen fielen lediglich zeitlich zusammen.

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