Als wäre es nicht schon heiß genug, erhitzt jetzt auch noch eine geplante Lesung von Dragqueens für Kinder im Rahmen des Fests „Sommer im Park“ in Dornbirn (Vorarlberg) die Gemüter. Eine Online-Petition fordert die Absage, auch die städtische ÖVP übt Kritik. Die Veranstalter betonen ihrerseits den kindgerechten Charakter des Programms.
Im Rahmen der Veranstaltung „Sommer im Park“ in Dornbirn ist für Samstagnachmittag (16 Uhr) eine interaktive Kinderstunde mit zwei Dragqueens geplant. Dieses Setting sorgt für Kontroversen. Eine Online-Petition fordert die Absage der Veranstaltung, die Initiatoren befürchten eine „Sexualisierung“ der Kinder und vermuten im Hintergrund eine „queere Agenda“.
Veranstalter: Inhalte sind harmlos
Das Dornbirner Stadtmarketing als Veranstalter weist die Vorwürfe zurück. Geschäftsführer Michael Rüdisser betont, dass keine sexuellen Inhalte transportiert würden, zudem habe man bereits im Vorfeld eine entsprechende Kleiderordnung vereinbart. Das Programm klingt jedenfalls nicht nach Sodom und Gomorra: Die Dragqueens „Fräulein Bürgerschreck“ und „Athene Atlas“ lesen aus Kinderbüchern von Christine Nöstlinger und singen Disneylieder – viel harmloser geht es eigentlich nicht.
ÖVP: „Völlig unangebracht“
Klare Ablehnung kommt mittlerweile auch von der Dornbirner Volkspartei. Stadtparteiobmann Thomas Winsauer bezeichnet es als „völlig unangebracht“, dass Dragqueens vor Kindern auftreten. „Bei einer Veranstaltung für Kinder müssen die Kinder im Mittelpunkt stehen – und nicht die Inszenierung der vorlesenden Personen“, so Winsauer.
Mit der Argumentation der Veranstalter, wonach nur der Inhalt zähle, kann der ÖVP-Politiker nicht viel anfangen. „Leseförderung darf nicht als Bühne für gesellschaftspolitische Selbstdarstellung verwendet werden!“
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