Zahme Wölfe und Hunde ändern gleichermaßen ihr Verhalten, wenn Angstgeruch eines Menschen in der Luft hängt. Weder Wölfe noch Hunde zeigen sich davon besonders angezogen oder abgestoßen. Sie ändern aber ihr Verhalten ein wenig, wenn er präsent ist.
Obwohl Hunde schon über 20.000 Jahre „beste Freunde des Menschen“ sind, haben sie demnach kein anderes Gespür für deren Angst als ihre normalerweise wild lebenden Verwandten. Beide zeigen vor allem Zeichen von Unsicherheit.
Szenen aus Horrorfilm
Svenja Capitain vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat Studentinnen Horrorfilmszenen vorgespielt und Angstschweiß gesammelt, der sich währenddessen unter ihren Achseln bildete. Anschließend machte sie mit elf Haushunden und acht handaufgezogenen Wölfen Tests mit jenen Geruchsproben.
Weder Wölfe noch Hunde zeigen sich von menschlichem Angstgeruch besonders angezogen oder abgestoßen. Sie ändern aber ihr Verhalten ein wenig, wenn er präsent ist. Im Experiment suchen sie die aufgestellten Geruchsproben öfter auf, verbrachten aber weniger Zeit dort und blickten öfter zur Tiertrainerin, was eine „unsicherheitsähnliche Reaktion“ sei, so Capitain in der Studie, die in der Fachzeitschrift „Animal Cognition“ erschienen ist.
Hunde brachen Tests eher ab
„Neugierde, Verwirrung und Erregung könnten aber ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt haben.“ Einen kleinen Unterschied gab es aber zwischen den Haus- und Wildtieren: „Hunde brachen die Testsitzungen in Gegenwart von Angstgeruch häufiger vorzeitig ab; bei Wölfen trat dieser Effekt nicht auf.“
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