Jugendkriminalität

Bundesländer müssen Polizisten nach Wien schicken

Wien
06.08.2026 11:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mehrere Bundesländer müssen aufgrund der hohen Jugendkriminalität seit Montag Polizistinnen und Polizisten nach Wien schicken. „Eine tageweise Entsendung von Kräften nach Wien ist kein Novum, sondern wird regelmäßig praktiziert“, betonte ein Sprecher.

Betroffen sind die Landespolizeidirektionen in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland. Seit Montag unterstützen täglich insgesamt 24 Polizistinnen und Polizisten aus diesen Bundesländern die Wiener Polizei. Die Beamtinnen und Beamten pendeln dafür von Montag bis Samstag in die Bundeshauptstadt.

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Wer Verstärkung braucht, hat kein Personalproblem gelöst.

Walter Strallhofer, Personalvertreter der Wiener Polizei

Für viele Polizisten willkommene Abwechslung
Laut einem Sprecher werden nach Möglichkeit Freiwillige für diese Einsätze gesucht. Das sei in der Regel kein Problem, da viele die Entsendungen als willkommene Abwechslung zum normalen Dienst auf ihrer eigenen Dienststelle ansehen. Das Innenministerium bezeichnete dieses Vorgehen als ein „gutes Beispiel für effiziente Ressourcennutzung“. Der Grund für die Zuteilungen seien Schwerpunkte gegen Jugendkriminalität. Wieso dafür zusätzlich Beamtinnen und Beamte aus den Bundesländern in der Bundeshauptstadt aushelfen müssen, wurde nicht genannt.

Immer weniger Zeit für Prävention
Weniger glücklich über die aktuelle Maßnahme zeigten sich Personalvertreter aus den Bundesländern, aber auch aus Wien. „Uns wird gesagt, dass so viele Polizistinnen und Polizisten wie noch nie da sind und dann müssen wir zuteilen“, sagte Manfred Hofbauer, Personalvertreter aus Oberösterreich. Die Zuteilung sei zwar zu begrüßen, sagte auch Walter Strallhofer. „Gleichzeitig ist sie aber auch ein deutliches Eingeständnis, dass die Wiener Polizei personell an ihre Grenzen stößt. Wer Verstärkung braucht, hat kein Personalproblem gelöst.“ Steigende Kriminalität sorge dafür, dass der Polizei immer weniger Zeit für Prävention bleibe. „Das Dienstzeitmanagement wird diesen Trend weiter verstärken.“ 

Auch Zuteilungen nach Vorarlberg angeordnet
Daneben sollen Beamtinnen und Beamte auch nach Vorarlberg verschoben werden. Dort stehen unter anderem Beamte aus Oberösterreich im Einsatz.  Daneben wurde auch die Landespolizeidirektion Steiermark angewiesen, Exekutivbedienstete für eine Zuteilung zu den Schnellen Reaktionskräften (SRK) ins Ländle zu stellen – „aufgrund der nach wie vor bestehenden, prekären Personalsituation auf den Polizeiinspektionen“, wie es in einem Schreiben heißt.

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