Patienten wohlauf

Premiere an Linzer Uniklinik: Herz-OP mit Roboter

Oberösterreich
06.08.2026 11:29

Vier kleine Schnitte statt einer großen Öffnung des Brustkorbs: Am Linzer Kepler Universitätsklinikum sind erstmals zwei Bypass-Operationen mit Unterstützung eines Roboters durchgeführt worden. Für die Patienten bedeutet das vor allem eines: weniger Schmerzen und eine deutlich schnellere Erholung.

Es sind nur wenige Zentimeter, die den Unterschied machen. Statt den Brustkorb zu öffnen, arbeiten sich die Chirurgen durch vier kleine Zugänge zwischen den Rippen zum Herzen vor. Gesteuert werden die filigranen Instrumente dabei von einem Robotersystem – dirigiert von einem Herzchirurgen an einer Konsole. Genau diese Technik ist nun erstmals am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz bei zwei Bypass-Operationen erfolgreich eingesetzt worden. „Damit ist uns der Auftakt in ein neues Zeitalter der Schlüsselloch-Herzchirurgie am KUK gelungen“, sagt der renommierte Herzchirurg Prof. Andreas Zierer.

Professor Zierer an der Konsole, über die der Roboter gesteuert wird.
Professor Zierer an der Konsole, über die der Roboter gesteuert wird.(Bild: KUK/Sulzbacher)

Operiert wurden zwei Männer im Alter von 54 und 84 Jahren. Beide Eingriffe verliefen erfolgreich, beide Patienten konnten bereits am ersten Tag nach der Operation auf die Normalstation verlegt werden. Der jüngere Patient war schon wieder mobil und praktisch beschwerdefrei, auch der ältere hatte laut Ärzten keine Schmerzen mehr und konnte rasch mobilisiert werden.

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Damit werden unnötige diagnostische und therapeutische Schritte vermieden. Das fördert und beschleunigt die Genesung der Patienten.

Prof. Meinhard Lukas, Kepler-Uniklinikum

Möglich macht das das sogenannte Da-Vinci-System. Entgegen einem weit verbreiteten Irrtum operiert der Roboter aber nicht selbstständig. Jeder Handgriff kommt vom Chirurgen, der die Instrumente von einer Konsole aus millimetergenau steuert. Das System überträgt jede Bewegung präzise – ohne Zittern – auf winzige Instrumente im Brustkorb.

(Bild: KUK/Sulzbacher)
(Bild: KUK/Sulzbacher)
(Bild: KUK/Sulzbacher)
(Bild: KUK/Sulzbacher)
(Bild: KUK/Sulzbacher)

Der große Vorteil für die Patienten: Der Brustkorb muss nicht mehr aufgesägt werden. Dadurch entfällt die oft monatelange Heilung des Brustbeins. Gleichzeitig verlieren Patienten weniger Blut, das Infektionsrisiko sinkt deutlich und auch die Schmerzen nach der Operation sind wesentlich geringer. Viele Betroffene können das Krankenhaus früher verlassen und schneller in den Alltag zurückkehren.

Fritz Reiser (84) aus Gmunden ist einer der beiden Patienten, die am Mittwoch der Vorwoche mit ...
Fritz Reiser (84) aus Gmunden ist einer der beiden Patienten, die am Mittwoch der Vorwoche mit Hilfe eines Roboters operiert wurden. Am Samstag darf der fitte Senior nach Hause.(Bild: Robert Loy)

Das große Ziel: 50 Prozent dieser Operationen mit dem Roboter
Angeführt wurde das Operationsteam von Herzchirurg Prof. Andreas Zierer. Für ihn markiert die Premiere den Beginn einer neuen Ära der Herzchirurgie in Linz. Die robotergestützte Bypass-Operation sei bislang in Österreich erst vereinzelt durchgeführt worden. Mit den neuen Systemen werde es künftig möglich sein, einen deutlich größeren Teil der herzchirurgischen Eingriffe maximal schonend durchzuführen.

Mit der Premiere will das KUK aber nicht nur auf modernste Technik setzen. Parallel wird am Herzzentrum das sogenannte ERAS-Konzept eingeführt. Dahinter steckt ein Behandlungspfad, der Patienten bereits vor der Operation gezielt vorbereitet und danach möglichst rasch wieder auf die Beine bringen soll. Ärzte, Pflege, Physiotherapie und weitere Berufsgruppen arbeiten dabei eng zusammen, um die Genesung zu beschleunigen.

„Damit werden unnötige diagnostische und therapeutische Schritte vermieden. Das fördert und beschleunigt die Genesung der Patienten und macht unser System auch effizienter“, sagt KUK-Geschäftsführer Meinhard Lukas. 

Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (ÖVP) spricht von einem „beeindruckenden Meilenstein“. „Der Einsatz modernster roboterassistierter Chirurgie unterstreicht eindrucksvoll die hohe Kompetenz unserer Ärztinnen und Ärzte sowie aller Beteiligten, die Tag für Tag Spitzenmedizin in Oberösterreich möglich machen“, sagt sie. 

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