Es ist so gut wie fix: Der alte Chef des ORF-Landesstudios in Eisenstadt wird auch der neue! Ein „Krone“-Gespräch über fordernde Auswahlverfahren, soziale Kompetenz und bevorstehende Sparmaßnahmen.
Burgenlands amtierender ORF-Landesdirektor Werner Herics (62) kann aufatmen. Nicht nur, weil er gerade mit seiner Frau Urlaub am Meer in Istrien macht, sondern auch, weil der neue ORF-General Clemens Pig ihn nach zehn Jahren Amtszeit für weitere fünf Jahre im Chefsessel behalten will. „Ich habe von meiner Nominierung bereits am Montag erfahren und ehrlicherweise auch damit gerechnet“, gibt sich Herics in einer ersten Reaktion auf „Krone“-Nachfrage selbstbewusst.
Die Ausschreibungskriterien seien zwar fordernd gewesen und die Anzahl der Mitbewerber hoch. Doch der Auswahlprozess sei an sich sehr strukturiert abgelaufen: „Wir mussten ein Konzept für die Zukunft der nächsten Geschäftsführungsperiode im Landesstudio schreiben. Danach wurde ausselektiert und jene Kandidaten, die überzeugten, zu einem Gespräch eingeladen.“
Offizieller Sanctus
Dabei musste Herics‘ Führungsverhalten, strategisches und analytisches Denken, Kreativität sowie soziale Kompetenz nachweisen und mit Beispielen und Referenzen belegen: „Das war nicht ohne!“ Pigs Vorschlag wird nun am 11. August dem ORF-Stiftungsrat unterbreitet. Dieser bestellt dann alle neuen Direktoren: „Ich gehe davon aus, dass es keine Einwände geben wird.“
Harter Sparkurs
Als Nächstes stehen die Budgetgespräche für 2027 sowie der für Herbst anberaumte Zukunftskongress des Medienministers zur Zukunft des ORF an. Erst dann wisse man, was auf die Landesstudios zukommt. „Die Einsparungsvorgabe für nächstes Jahr ist hoch, doch der wirklich große Brocken folgt erst 2028, weil die 95 Millionen Euro Vorsteuerentschädigung, die der ORF von der Bundesregierung bekommt, dann wirklich durchschlägt.“
Und was sagt die Belegschaft im Landesstudio in Eisenstadt zum alten neuen Chef? „Die wissen es erst seit zehn Minuten. Bisher hat noch niemand reagiert.“
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