Gastro-Szene atmet auf

Nach Pleite: Ratschen-Verkauf unter Dach und Fach

Burgenland
04.08.2026 07:00

Ratschen, das in die Insolvenz geschlitterte Top-Restaurant samt Wohnothek im Südburgenland, ist wieder unter der Haube. Nach langem Tauziehen hat sich offenbar ein neuer, vielversprechender Betreiber finden lassen.

Bewegte Zeiten hat das ehemalige Haubenlokal Ratschen hinter sich. Auf die goldene Ära folgte die Pleite. Das weitere Schicksal des Top-Restaurants mit angeschlossener Wohnothek in Deutsch Schützen schien kurzfristig bereits besiegelt. Zuletzt deutete alles darauf hin, dass der insolvente Gastro- und Beherbergungsbetrieb nach einem Bestbieterverfahren um 2,1 Millionen Euro von der steirischen Rena Immo GmbH übernommen wird. Seine Fäden gezogen hatte Karl Kühberger, der Gründer der Auktionsplattform Aurena, bei der beispielsweise schon das Inventar der Commerzialbank Mattersburg sowie der Möbelhäuser Kika und Leiner unter den Hammer gekommen ist.

Familie bekam Zuschlag
Zwei Wochen Bedenkzeit hatte die Raiffeisenlandesbank als Hauptgläubiger der Ratschen. Wie nun aus verlässlicher Quelle zu erfahren war, habe ein weiterer Interessent, die Familie Lindner, während dieser Frist die Gelegenheit gehabt, ein neues, nachgebessertes Angebot zu stellen. Dieses Offert dürfte auf fruchtbaren Boden gefallen sein. Dem Vernehmen nach bekam die Familie, die in der Region einen hervorragenden Ruf genießt, den Zuschlag.

Spekulationen beendet
„Die Entscheidung ist endgültig. Laut Masseverwalter ist das Geschäft fix, ohne Einspruch“, sind Insider informiert. Hinter vorgehaltener Hand wird gejubelt. Der Verdacht auf eine folgenschwere Immobilienspekulation, der in Gaststätten und Weinkellern der näheren Umgebung für reichlich Gesprächsstoff gesorgt hat, ist damit vom (Stamm-)Tisch.

Breiter Zuspruch
Der Familie Lindner, die aus Bayern nahe Passau stammt, wird nachgesagt, bodenständig und mit der Region längst tief verwurzelt zu sein. Läuft alles nach den Plänen der neuen Ratschen-Inhaber, soll zum bestehenden Gastro- und Beherbergungsbetrieb mit 56 Betten ein Produktionskeller für den vinophilen Geschmack dazukommen. Das Weingut der Familie, das sich vorläufig in einem anderen Ort befindet, soll demnach nach Deutsch Schützen übersiedeln.

„Als ich die gute Nachricht von der Neuübernahme durch die Familie Lindner gehört habe, öffnete ich sofort eine Flasche eines ausgezeichneten Rotweines, um darauf anzustoßen“, verrät ein Kenner der Gastro-Szene. Über den Kaufpreis herrscht noch Stillschweigen.

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