Nächtliche Angriffe
Ukraine setzt russisches Drohnenzentrum in Brand
Mit wiederkehrenden Luftschlägen will die Ukraine den Krieg zurück nach Russland tragen. Auch in der Nacht auf Montag starteten Drohnen. Sie trafen ein sensibles Ziel: Die technische Universität in Belgorod, die als Zentrum für die Entwicklung unbemannter Luftfahrzeuge gilt, geriet in Brand.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Montag, dass 131 ukrainische Drohnen über russischen Regionen und der annektierten Krim abgewehrt worden seien. Der nächtliche Massenangriff mit unbemannten Luftfahrzeugen legte aber die Lücken in der russischen Flugabwehr offen.
Drohnenforschung für „zivile Zwecke“
Fotos und Videos in sozialen Medien zeigten ein Gebäude der Technischen Universität von Belgorod, eine an die Ukraine angrenzende Region, in Vollbrand (siehe unten). In der Uni wurde laut dem russischen Exil-Medium „Astra“ ein automatisiertes Steuerungssystem für Drohnen entwickelt. Offiziell sei dies für „zivile Zwecke“ vorgesehen gewesen, etwa für die Überwachung von Stromleitungen. Erst in diesem Sommer hatte die Universität zudem ein Bildungsprogramm für Schulkinder ins Leben gerufen, das den Schwerpunkt auf die Entwicklung von Drohnen legte.
Sechs Tote in Schwarzmeerregion
Auf der besetzen Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurden nach Angaben des von Moskau eingesetzten Statthalters Sergej Aksjonow drei Menschen bei einem ukrainischen Angriff getötet. Zwei weitere seien verletzt worden. Drei Personen wurden dem Gouverneur des russischen Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, zufolge in dem kleinen Badeort Archipo-Ossipowka getötet. Weitere 13 Menschen seien verletzt worden, darunter auch Minderjährige. Dort seien Drohnentrümmer herabgestürzt.
Wieder Angriff auf „russisches Amazon“
Bei einem weiteren Drohnenangriff auf den größten russischen Versandhändler Wildberries geriet ein Logistikzentrum im Gebiet Wladimir in Brand geraten. Die Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden, teilte das Unternehmen mit. Gouverneur Alexander Awdejew sprach von zwei Verletzten.
Die Ukraine greift seit Mitte Juli die Wildberries-Anlagen an und wirft dem Versandhändler vor, auch Bedarf für den russischen Angriffskrieg zu liefern. Russische Behörden dagegen sprechen von Terroranschlägen gegen zivile Infrastruktur. Der Angriff im Gebiet Wladimir - rund 190 Kilometer östlich von Moskau – war der mittlerweile 18., wie russische Medien berichteten.
Milliardenschaden durch Attacken
Nach Schätzungen von Wirtschaftsanalysten hat Wildberries durch die seit Wochen andauernden Angriffe bisher etwa 20 Prozent seiner Lagerkapazitäten verloren. Der Schaden wird auf 280 Milliarden Rubel (etwa drei Milliarden Euro) geschätzt.









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