Verhaltensregeln

Vorarlbergs Alpen sind kein Streichelzoo

Vorarlberg
03.08.2026 14:25

Vorarlbergs Alpregionen sind überaus beliebte Ausflugsziele. Doch sie sind auch Arbeitsplatz für 1000 Menschen und Weide für rund 40.000 Tiere. Agrarlandesrat Christian Gantner mahnt zu rücksichtsvollem Verhalten, um Konflikte zwischen Mensch und Tier zu vermeiden. 

Die Vorarlberger Alpen sind in den Sommermonaten ein Magnet für Einheimische und Gäste. Wanderer, Mountainbiker und Familien suchen in der Natur- und Kulturlandschaft Erholung. Gleichzeitig ist dieser Raum aber auch Arbeitsplatz für rund 1000 Älplerinnen und Älpler und Sommerweide für etwa 40.000 Tiere. Immer wieder kommt es zu Konflikten, weil sich Menschen rücksichtslos verhalten oder Grenzen nicht respektieren. „Unsere Alpen sind keine reine Freizeitkulisse und auch kein Streichelzoo“, stellt Agrarlandesrat Christian Gantner (ÖVP) unmissverständlich klar. 

Wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung
Etwas mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Vorarlberg wird alpwirtschaftlich genutzt. Diese traditionelle Form der Landwirtschaft ist als sogenannte Drei-Stufen-Landwirtschaft essenziell für die Region. Die Alpung erweitert die Futtergrundlage der Talbetriebe und entlastet die Heimbetriebe im Sommer. Diese jahrhundertealte Form der Bewirtschaftung hat zudem eine Kulturlandschaft geschaffen, die weltweit einmalig ist. Wer in den Bergen zum Vergnügen unterwegs ist, sollte sich bewusst sein, dass ohne die Alpwirtschaft viele alpine Gebiete gar nicht zugänglich wären. 

Bei jungen Rindern ist Vorsicht geboten, diese sind teils etwa übermütig.
Bei jungen Rindern ist Vorsicht geboten, diese sind teils etwa übermütig.(Bild: Vorarlberg Turismus-Lucas Tiefenthaler)

Weidetiere benötigen Ruhe und Distanz
Obwohl Weidetiere an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind, bleiben sie Nutztiere mit natürlichen Instinkten. Sie können auf Lärm, hektische Bewegungen oder fehlende Distanz sehr empfindlich reagieren. Besondere Vorsicht ist bei Mutterkühen geboten, die einen stark ausgeprägten Schutzinstinkt gegenüber ihren Kälbern haben. Auch neugierige und übermütige Jungtiere können sich Menschen unerwartet nähern. „Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen sind keine Streicheltiere“, betont Gantner. 

Wanderungen mit Hunden: Besondere Regeln
Bei Wanderungen mit Hunden ist das Konfliktpotenzial besonders groß. Speziell Kühe mit Kälbern können Hunde als eine Bedrohung wahrnehmen. Aus diesem Grund müssen die Vierbeiner auf Weideflächen grundsätzlich an einer kurzen Leine geführt und jederzeit unter Kontrolle gehalten werden. Sollte es dennoch zu einer kritischen Situation kommen und ein Weidetier mit einem Angriff drohen, muss der Hund sofort von der Leine gelassen werden  – so verhindert man, dass man zwischen die Fronten gerät.

Zitat Icon

Unsere Alpen laden zum Wandern, Genießen und Erholen ein. Sie sind aber keine reine Freizeitkulisse und auch kein Streichelzoo.

Landesrat Christian Gantner

Zentrale Verhaltensregeln auf der Alpe
Für ein gedeihliches Miteinander gilt es, folgende Regeln zu beachten: Wander- und Radwege sollten nicht verlassen und Sperrgebiete respektiert werden. Zäune und Gatter müssen nach dem Passieren wieder sorgfältig geschlossen werden. Versperren Tiere den Weg, ist es ratsam, mit großem Abstand auszuweichen oder zu warten. Bei einer Annäherung von Tieren sollte man ruhig bleiben, ihnen nicht den Rücken zukehren und langsam Abstand gewinnen. Wirken die Tiere unruhig, ist dies ein Warnzeichen, die Weide zügig, aber ohne Hektik zu verlassen. Und ganz wichtig: Den Anweisungen des Alppersonals ist stets Folge zu leisten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

2° / 7°
Symbol wolkig
1° / 11°
Symbol wolkenlos
2° / 8°
Symbol heiter
1° / 9°
Symbol heiter

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung