Auch im Vormonat ist die Zahl der Erwerbslosen in Österreich leicht gestiegen. Im Juli waren insgesamt 364.200 Menschen ohne Job bzw. in Schulungen des AMS. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat von 1,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent, wie das Arbeitsmarktservice am Montag mitteilte.
„Nach nunmehr 40 Monaten steigender Arbeitslosigkeit wiederholt sich meine Analyse leider zwangsläufig“, betont AMS-Vorstand Johannes Kopf. Es gebe „zu wenig internationale Nachfrage, zu hohe Energie- und Lohnstückkosten, zu wenig Konsum, zu wenig Investitionen. Kurz: zu wenig Wirtschaftswachstum“. Laut dem AMS-Chef gibt es aber erste positive Signale für eine Trendwende: „Arbeitsmärkte drehen irgendwann und erste Anzeichen sind erkennbar.“
Zahl arbeitsloser Männer sinkt
Wie in den Vormonaten sank die Zahl der arbeitslosen Männer und männlichen AMS-Schulungsteilnehmer (-1,7 Prozent), während bei Frauen ein Plus von 4,8 Prozent verzeichnet wurde. Das stärkste Plus bei den Arbeitslosenzahlen gab es im Gesundheits- und Sozialwesen (+11 Prozent), gefolgt vom Handel (+4,3 Prozent), Warenherstellung (+2,7 Prozent) sowie Beherbergung und Gastronomie (+0,3 Prozent).
Der überdurchschnittliche Anstieg im Gesundheits- und Sozialbereich habe auch statistische Gründe, hieß es zuletzt vom AMS. Neben der stark steigenden Beschäftigung wegen des höheren Pflegebedarfs steige die Beschäftigung auch, weil immer mehr Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, die bisher von der öffentlichen Hand geführt wurden, ausgegliedert werden. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden in der Statistik nicht mehr als öffentlich Bedienstete gezählt werden, sondern der Branche Gesundheits- und Sozialwesen zugerechnet, so das AMS.
Die Konjunkturschwäche in Österreich ist weiter auch bei den Stellenanzeigen spürbar. Die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen sank Ende Juli gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf knapp 80.000.
Sozialministerin: „Arbeitslosigkeit steigt, aber Fachkräfte fehlen“
„Einerseits steigt die Arbeitslosigkeit, andererseits fehlen in wichtigen Bereichen weiterhin qualifizierte Fachkräfte“, beklagt Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ). Man habe sich als Bundesregierung unter Federführung des Sozialministeriums „zum Ziel gesetzt, noch in diesem Jahr eine zukunftsorientierte Fachkräftestrategie zu erarbeiten“, kündigt die Ministerin an. Die Regierung werde „die aktuellen und künftigen Herausforderungen am österreichischen Arbeitsmarkt umfassend adressieren“, um „langfristig ein ausreichendes Fachkräfteangebot“ in allen Wirtschaftsbereichen zu sichern.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.