Für junge Flüchtlinge

Deutschkurse werden gezahlt, aber nicht gezählt

Innenpolitik
02.08.2026 21:00

Die SPÖ-geführte Sozialministerin tappt bei der Besuchsquote von verpflichtenden Deutschkursen für Flüchtlinge im Dunklen. Ein neues Gesetz soll ab dem Jahr 2027 die hohen Kosten von 30 Millionen Euro reduzieren.

Seit 2017 gilt in Österreich eine Ausbildungspflicht bis 18. Wer die Pflichtschule abgeschlossen hat, muss also bis zum 18. Geburtstag eine Lehre absolvieren oder eine weiterbildende Schule besuchen. Um jene fit für eine Ausbildung zu machen, denen dafür die Sprachkenntnisse fehlen, setzt das System auf vorbereitende Deutschkurse – etwa über das AMS. Das betrifft in erster Linie Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte.

Besonders die FPÖ fragte sich, ob das ein Erfolgsmodell ist – und in Person von Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch daher bei SPÖ-Sozialministerin Korinna Schumann nach, wie viele Jugendliche die verpflichtenden Deutschkurse seit dem Jahr 2017 besucht haben.

Ministerium kennt „keine Daten“ zu Besuchsquote
Die Antwort dürfte sogar die regierungskritische FPÖ überrascht haben – man weiß es nämlich gar nicht. „Dem Ministerium liegen keine statistisch auswertbaren Daten vor“, heißt es schwarz auf weiß in der Anfragebeantwortung vom Juni. Und das, obwohl das rote Sozialministerium laut „Krone“-Infos dem AMS im Jahr 2027 rund 200 Millionen Euro für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte überweisen dürfte.

Bauer und Schumann
Bauer und Schumann(Bild: APA/HANS KLAUS TECHT)

Bauer bekämpft „Missstand“
Das AMS bezahlt arbeitslosen Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten, die von Sozialhilfe leben, zwischen 750 und 1000 Euro pro Monat – wenn sie einen Deutschkurs machen, der mehr als 15 Stunden pro Woche dauert. Voraussetzung ist, dass Betroffene beim AMS gemeldet sind. Den Steuerzahler kostet das laut Integrationsministerium im Jahr rund 30 Millionen Euro.

Viel Geld für einen Blindflug. Die zuständige Ministerin Claudia Bauer will diesen „Missstand“ mit dem Integrationspflichtengesetz beheben. „Deutsch zu lernen, muss Pflicht sein und nichts, wofür man Geld bekommt“, sagt sie. „Wer bei uns leben will, muss möglichst schnell unsere Sprache lernen, da sind mehr als 15 Stunden zumutbar“.

Das Gesetz ist in Verhandlung und soll spätestens mit der neuen Sozialhilfe ab dem 1. Jänner in Kraft treten. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung