Graz nimmt Abschied von Franz Hasiba, der in der Nacht auf Sonntag 93-jährig verstarb – nur einen Tag vor seinem 94. Geburtstag. Bekannt wurde der Politiker, der auch Landeshauptmann-Stellvertreter und Landesrat war, durch die „Amtsteilung“ in der „Hasibingl“-Ära.
Eigentlich wollte ihm Hermann Schützenhöfer noch zum Geburtstag gratulieren. Doch das familiäre Umfeld richtete dem ehemaligen steirischen Landeshauptmann aus, es ginge Franz Hasiba gesundheitlich nicht mehr so gut, dass er persönliche Besuche empfangen könne. In der Nacht auf Sonntag ist Hasiba, ehemaliger Grazer Bürgermeister und Landespolitiker, nun verstorben, hochbetagt: einen Tag vor seinem 94. Geburtstag, den er am 3. August gefeiert hätte.
„Er war ein enger Verbündeter und wie ein älterer Bruder für mich“, erzählt Schützenhöfer am Sonntagabend der „Krone“, „durch Freundschaft, Rat und Tat hat er meiner späteren Laufbahn als Landeshauptmann Tür und Tor geöffnet. Der Franz hat Großes geleistet für die Steiermark und für unsere Landeshauptstadt.“
Dankbar blickt auch ÖVP-Chefin Manuela Khom auf das Wirken des gebürtigen Grazers zurück: „Mit Franz Hasiba verliert die Steiermark eine große politische Persönlichkeit und wir als Volkspartei einen Menschen, der unsere Partei über Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt hat. Er war ein Vorbild, weil er Politik nicht als Selbstzweck verstanden hat, sondern immer als Dienst an den Steirerinnen und Steirern.“
Ära „Hasibingl“ geht in Geschichtsbücher ein
Legendär wurde der 1932 geborene Agraringenieur durch die „Bürgermeisterteilung“ in Graz, die als Ära „Hasibingl“ in die Landesannalen einging: Zwischen 1983 und 1985 fungierte Franz Hasiba als schwarzer Stadtchef der Murmetropole, danach übernahm der Rote Alfred Stingl. Nach seinem Abschied aus dem Rathaus wurde das ÖVP-Urgestein – er war auch Landesparteisekretär und ÖAAB-Obmann – Landesrat und 1991 schließlich Landeshauptmann-Stellvertreter. 1993 wechselte er dann in den Landtag, dem er von 1996 bis 2000 als Erster Präsident vorstand.
„Er hat Brücken gebaut – zwischen Generationen, zwischen unterschiedlichen politischen Zugängen und vor allem zwischen den Menschen. Er wusste, dass gute Politik vom Zuhören lebt“, sagt Manuela Khom. „Franz Hasiba bleibt uns als Mensch in Erinnerung ...“
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