„Ach, übrigens...“

Namen sind Schall und Rauch

Vorarlberg
02.08.2026 13:25

„Krone Vorarlberg“-Autor Harald Petermichl freut sich in der neuesten Ausgabe seiner Kolumne „Ach, übrigens...“ darüber, dass auch die letzten Brösel der Fußball-Weltmeisterschaft aufgeräumt sind und die „normale“ Fußballzeit wieder Einzug hält. Womit auch wieder einige spezielle Vereinsnamen-Konstruktionen auftauchen...

So, jetzt ist alles aufgeräumt, nachdem die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des spanischen Fußballverbandes „Real Federación Española de Fútbol“ (RFEF) ganze Arbeit geleistet und den US-Präsidenten aus den WM-Siegerfotos retuschiert hat, weil dieser nach Übergabe der Trophäe mal wieder nicht von der Bühne weichen wollte. Als „Darsteller, den niemand zu Spaniens Party eingeladen hatte“, wie das iberische Portal „Sexta“ es nannte. Für Marc Cucurella dürfte es ein veritables Déjà-vu gewesen sein, denn er hatte diese groteske Situation im selben Stadion bereits bei der Klub-WM mit Chelsea erleben dürfen. Den POTUS zu entfernen, hat sich die FIFA zwar nicht getraut, aber das Bild zumindest so angeschnitten, dass man nur einen Fetzen des berüchtigten blauen Anzugs erahnen kann.

Die spanischen Weltmeister verabschiedeten Trump nachhaltig.
Die spanischen Weltmeister verabschiedeten Trump nachhaltig.(Bild: AFP/DAVID RAMOS)

„FC Steurer Stutenmilch Hittisau“
So markiert also das letzte Juli-Wochenende mit der ersten Runde des ÖFB-Cups endlich den Start der normalen Fußballzeit. Und das durchaus mit Unterhaltungswert und überdies lehrreich, weil es in der Ergebnisliste einige interessante Vereinsnamen zu lesen gibt, die einem sonst nicht jeden Tag begegnen. Bei der „SPG Vortuna Bad Leonfelden/Schenkenfelden“ vermutet der Unwissende fast einen Fehler, weil „Vortuna“ mit Fogel-Vau und nicht mit Venster-Eff geschrieben wird, aber das ist natürlich Unsinn, weil dahinter schlicht und ergreifend ein gleichnamiges Kurhotel als Sponsor steckt. Der steirische „SV Fleischereimaschinen Schenk Tillmitsch“ hingegen gibt keine Rätsel auf und kommt in der Originalitätsskala nahe an den ehemaligen „FC Steurer Stutenmilch Hittisau“ heran.

Zukunftsfähigere Lösungen
Weniger unterhaltlich, dafür aber ziemlich ärgerlich war es, als zu Beginn des Jahrtausends ein Zweitliga-Club auftauchte, in dessen Bezeichnung der eigentliche Vereinsname gar nicht mehr vorkam. „SC Interwetten.com“ hieß das absurde Konstrukt, hinter dem sich der Sportclub Untersiebenbrunn verbarg. Mit durchaus namhaften Kadermitgliedern wie Franz Wohlfahrt, Peter Stöger oder Roman Mählich. Dann kam aber, wie gerne mal in Österreich, das wirtschaftliche Aus und eine Neugründung als „FC Untersiebenbrunn 1932“, was am Ende auch nichts mehr genutzt hat. Denn nachdem die Niederösterreicher im September 2019 mit einem zwölfköpfigen Rumpfkader beim ATSV Auersthal mit 0:25 verloren hatten, sah sich die Vereinsführung gezwungen, das Team aus der 2. Klasse Marchfeld zurückzuziehen. Vielleicht wäre „FC Windpark Engelhartstetten Untersiebenbrunn“ die zukunftsfähigere Lösung gewesen, aber im Nachhinein weiß man ja immer alles besser.

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