60 statt 80 Prozent

Nach Storno Ärger wegen Versicherung für Ehepaar

Oberösterreich
02.08.2026 10:00

Wegen einer Lungenentzündung konnte ein Linzer Ehepaar eine geplante Reise nach Mallorca nicht antreten. Nicht die einzige unangenehme Überraschung für die beiden Pensionisten. Denn die Reiseversicherung stellte sich quer. Die „Krone“ konnte den beiden aber dann helfen. 

Eine Versicherung sollte ja dafür sorgen, dass man sich im Fall der Fälle sicher fühlt. Das dachte sich auch der Linzer Karl H. (86), als er gemeinsam für sich und seine Gattin (78) eine Reise buchte. Ende Mai sollte es nach Mallorca gehen. Und weil das Ehepaar eben auf Nummer sicher gehen wollte, schloss es eine Stornoversicherung ab – denn immerhin kostete die Reise fast 3500 Euro.

Und wie es das Schicksal so wollte, wurde Gertrude H. wirklich vor Reiseantritt krank – eine Lungenentzündung machte den Urlaub unmöglich. „Ich habe am 8. Mai an den Reiseveranstalter und die Versicherung eine Mail geschickt, dass wir nicht fahren können“, erzählt Karl H. Die Europäische Reiseversicherung (ab 1. Jänner wird sie Redion heißen), wollte aber nur 60 statt 80 Prozent der Reisekosten erstatten.

Probleme wegen Datum
„Und das nur, weil der Veranstalter erst am 12. Mai an die Versicherung geschrieben hat. Man muss aber sagen, dass dazwischen ein Wochenende war“, verstand der Linzer die Welt nicht mehr. Mehrere Interventionen blieben erfolglos. Das Ehepaar wandte sich schließlich an die „OÖ-Krone“. „Es ging da immerhin um fast 700 Euro, die wir nicht erstattet bekommen“, erzählte Karl H.

Am Ende gütliche Lösung
Von der Versicherung hieß es zunächst: „Wir verstehen, dass das Ehepaar H. damit nicht glücklich ist. Aber wir sind vertraglich dazu verpflichtet, so zu agieren.“ Man werde den Fall aber noch einmal prüfen. Und siehe da: Nach kurzer Zeit meldete sich die Versicherung bei dem Ehepaar. Man wolle sich kulant zeigen und werde die Differenz doch noch überweisen, hieß es.

Kommentar der „Krone“
Die Sache mit der Kulanz

Die moderne Technik hat vieles vereinfacht, aber auch so einiges problematischer gemacht. Das zeigt das aktuelle Beispiel: Denn die EDV machte eine schnelle und unaufgeregte Lösung unmöglich. Der Reiseveranstalter konnte das Datum der Weiterleitung nicht ändern. Das ließe das System nicht zu, hieß es.

(Bild: Krone KREATIV, Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Früher hätte das wohl Tipp-Ex gelöst. Was allerdings noch immer gehen sollte: dass man bei gewissen Problemen Kulanz zeigt und eine Lösung findet – und das vielleicht auch, ohne dass sich ein Ombudsmann darum kümmern muss. Das würde am Ende viel Ärger und auch Arbeit ersparen.

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