Alle vier Jahre und an vier Abenden wird zum Totentanz nach Metnitz geladen – ein Brauch aus dem Mittelalter mit Bezug zur Moderne, der erschüttert, fasziniert und begeistert.
„Auf, auf, o Mensch, mach dich bereit, ... es gilt ein Kranz, der Tot rufet allen nach sein Gefallen zu seinem Tanz.“
Wenn die sonore Stimme des Todes die Dunkelheit des Kirchhofes zwischen der Metnitzer Pfarrkirche und dem Karner erfüllt, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. Der Totentanz hat nicht nur eine langjährige Geschichte mit Texten, die bis ins Mittelalter zurückgehen, sondern eine erschreckende Aktualität, die wohl nie vergehen wird.
Der Kern des Volksschauspieles: Unabhängig von Alter und Stand, kommt der Tod auf die Menschen zu. Alle sind gleich, egal, was zu Lebzeiten passiert.
Nur alle vier Jahre wird das traditionelle Theater rund um den langjährigen Organisator Vinzenz Ebner an einigen wenigen Abenden aufgeführt; meist ist es schon Monate davor restlos ausgebucht. Und das zu Recht, denn das Brauchtum fasziniert von der Einführung mit der Flaggenparade des Privilegierten Schützenkorps Metnitz bis zum Ende des Schauspiels.
Knapp 400 junge und ältere Gäste lauschem dem spannenden Spiel in diesem Jahr an jedem der Aufführungsabende, gemischt mit stimmungsvoller Musik, die die Szenen einfängt und begleitet. Die Laiendarsteller, oft seit Jahren und Jahrzehnten in ihrer Rolle, arbeiten sich an der einfachen, geradlinigen Sprache ab und diese gleichzeitig auf.
Der Tod ist für den einen Widersacher und Schrecken, für den anderen willkommener Freund.
Doch wie im echten Leben lässt er auch bei diesem Tanz nicht mit sich reden und nimmt mit seinem Schlusssatz, was ihm beliebt: „Tretet all zu meinem Reigen dar, die ihr das Leben schon habt gegeben in Gottes Händ’ zum seligen End!“. Ein wahrlich mystisches Spektakel mitsamt sehenswertem Brauchtum.
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