Der Krieg im Iran hat die Ölpreise in teils schwindelerregende Höhen getrieben. Während die Autofahrer an den Zapfsäulen tief in die Tasche greifen müssen, kassieren Öl-Konzerne wie die OMV groß ab.
Der Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV hat im zweiten Quartal des Jahres einen enormen Gewinnsprung hingelegt. Der operative Gewinn stieg um 65 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro – die Lagereffekte nicht mitgerechnet.
Kosten „mehr als kompensiert durch hohe Preise“
OMV-Chef Alfred Stern zeigt sich zufrieden. Konkret profitierte die OMV in der Zeit von April bis Juni von einem stark gestiegenen Brent-Ölpreis sowie einer verdoppelten europäischen Raffineriemarge. Man habe allerdings im Nahen Osten Produktionsausfälle hinnehmen müssen. Durch Preisdeckel & Co. hatte die OMV laut Stern außerdem zusätzliche Kosten. Diese wurden „aber mehr als kompensiert durch die hohen Preise“, erklärte Stern der APA.
Stern warnt aber: „Wir verbrauchen, als ob die Welt komplett in Ordnung wäre. Das gelingt uns hier in Europa und Österreich sehr gut.“ Um das zu garantieren, wurde die Kapazitätsauslastung der Raffinerie Schwechat um sieben Prozentpunkte auf 90 Prozent hochgefahren: „Wir fahren dort auf Maximal, um dort die Versorgung auch aufrechtzuerhalten“, so Stern. Es werde aber unterschätzt, „wie schwierig es eigentlich ist, dass wir die ganzen Mengen hierher kriegen.“ In den Lieferketten gebe es „irrsinnige Verwerfungen“.
Gewinn vervierfacht
Der Iran-Krieg hat auch anderen Öl-Konzernen ordentlich Geld in die Kassen gespült. Der US-Ölkonzern Chevron hat von April bis Juni 2026 seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr mehr als vervierfacht. Der Ölriese machte einen Gewinn von umgerechnet 10,5 Milliarden Euro, wie Chevron am Freitag mitteilte. Auch der US-Branchenkollage Exxon Mobil verzeichnete in dem Zeitraum einen Konzerngewinn von umgerechnet gut 12,6 Milliarden Euro, hieß es von dem Unternehmen.
Exxon reiht sich neben Chevron, Shell und Totalenergies in die Liste der Konzerne ein, die deutlich höhere Gewinne verzeichnen. Die Ölgiganten erzielen von der Rohölförderung über die Raffination bis hin zum Handel höhere Margen. Da der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den USA und dem Iran Ende Februar stark eingeschränkt ist, sind die Preise für Alternativen zu Rohöl aus dem Persischen Golf in die Höhe gesprungen.
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