Trotz der Preisbremse

Die Dürre könnte unseren Einkauf wieder verteuern

Innenpolitik
31.07.2026 17:37

Das Steuer-Zuckerl der Bundesregierung könnte in der Sommerhitze zerrinnen, ehe es in der Geldbörse ankommt. Durch die Dürre und drohende Ausfälle bei der Ernte könnten unter anderem Erdäpfel und Mais zu Raritäten, auch Südfrüchte, Kaffee und Tee bald teurer werden.

Seit einem Monat kauft Österreich billiger ein – zumindest auf dem Papier. Mit 1. Juli senkte die Koalition die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Brot, Butter, Eier und Gemüse von zehn auf 4,9 Prozent. Doch Ernteeinbußen könnten zu neuen Preissteigerungen führen und die Politik neu unter Druck setzen.

Massive Ausfälle bei Erdäpfeln, Rüben und Mais
„Schon die Getreideernte ist im Durchschnitt um 20 Prozent, in einzelnen Betrieben sogar 50 bis 70 Prozent niedriger als sonst“, erklärt Ferdinand Lembacher, Generalsekretär der Landwirtschaftskammer. „Entweder werden die Einbußen bei den Produkten durch internationale Konzerne ausgeglichen, oder der Preis muss angepasst werden“, befürchtet man bei der Kammer.

Die Standesvertretung spricht von einer der schwächsten Ernten der vergangenen zehn Jahre. Für die Herbstkulturen zeichnet sich noch Schlimmeres ab. Bei Erdäpfeln, Rüben, Zwiebeln und Mais drohen in Österreich Ausfälle „wie noch nie“. 

„Nächsten Wochen werden entscheidend sein“ gilt auch jetzt
Doch noch gibt es Reserven. „Momentan erwarte ich keine Preiserhöhung bei Brot und Gebäck“, so Josef Domschitz, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbands der Lebensmittelindustrie. Er ergänzt aber den durch Ex-Gesundheitsminister Rudi Anschober während der Pandemie berühmt gewordenen Satz: „Die nächsten Wochen werden entscheidend sein.“

Kaffee und Südfrüchte könnten teurer werden
Zudem weist der Verbandschef auf die Rohstoffabhängigkeit bei Lebensmitteln hin, für die kein reduzierter Preis gilt. „Ich denke an Südfrüchte, Kaffee, Tee oder Gewürze. Auch diese sind teils dramatischen Wetterkapriolen ausgesetzt“, ergänzt Domschitz.

Das Prestigeprojekt der Regierung sollte den Haushalten im Schnitt rund 100 Euro pro Jahr bringen. Bereits im Frühjahr hatten Grüne und FPÖ bezweifelt, dass der Handel die Senkung überhaupt weitergibt. Trocknet die Ernte weg und klettern die Preise, geriete die Entlastung von Finanzminister Markus Marterbauer endgültig unter Zugzwang. 

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