Große Schäden hat ein Unwetter im Tiroler Ötztal angerichtet. Auch im Kaunertal gingen zur selben Zeit rekordverdächtige Regenmengen nieder. Aber dort wirkte laut Energieversorger Tiwag eine Maßnahme, die in Zukunft wohl noch häufiger gebraucht werden wird.
Die Unwettergefahr bleibt Tirol auch in den nächsten Tagen erhalten, laut Wetterdiensten zumindest bis Dienstag. Im Ötztal gehen indessen die Aufräumarbeiten nach Starkregen und Muren weiter. Der Schaden ist enorm. 80 Feuerwehrleute und zusätzlich 25 Soldaten verstärken seit Freitag die örtlichen Hilfskräfte.
Mehr Regen als bei hundertjährlichem Hochwasser
Auch im hinteren Kaunertal wurde Mittwochabend Starkregen mit Hagel registriert. Am Pegel Gepatsch-Alm wurde laut Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag) eine Spitzenwasserführung von 88 Kubikmeter pro Sekunde gemessen, das übertrifft die Größenordnung eines hundertjährlichen Hochwassers. Dennoch blieb das Kaunertal vor folgenschweren Überflutungen verschont.
„Grund dafür war die Puffer- und Rückhaltefunktion des Tiwag-Speichers Gepatsch, der die hohen Zuflüsse aufnehmen und die Hochwasserwelle wirksam dämpfen konnte. Ohne diesen Rückhalt wären kurzfristig Abflüsse von rund 100 Kubikmeter pro Sekunde möglich gewesen“, erklärt Tiwag-Vorstandsdirektor Alexander Speckle.
Kraftwerksspeicher seien in Zeiten zunehmender Starkregen- und Extremwetterereignisse ein wichtiger Hochwasserschutz. Die vorgeschriebenen Rückhalteräume hätten sich auch diesmal bewährt, betont man bei der Tiwag.
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