Jetzt greift die neue Spritpreisbremse der Bundesregierung! Mit August werden 1,9 Cent bei der Mineralölsteuer (MöSt) nachgelassen. Die Steuerbelastung an den heimischen Zapfsäulen ist aber noch immer hoch: Welchen Steuerbetrag Sie in Ihren Tank pumpen, können Sie hier testen.
Die Treibstoffpreise in Österreich sind in den vergangenen Wochen wieder gehörig gestiegen. Ein Liter Diesel kostet bundesweit im Schnitt mehr als zwei Euro und auch Superbenzin liegt nur knapp unter 1,90 Euro.
Aufgrund der Preiseskalation sah sich die österreichische Bundesregierung gezwungen, die eigene Spritpreisbremse um einen Monat zu verlängern. Mit August werden an der Zapfsäule 1,9 Cent – statt wie im Juli 0,8 Cent – bei der Mineralölsteuer nachgelassen.
Wie viel Staat tanken wir wirklich?
Weiters bleibt die „Preis-Runter-Garantie“ aufrecht, die Tankstellen verpflichtet, sinkende Großhandelspreise rasch weiterzugeben. In die Gewinnmargen der Konzerne wird jedoch, anders als zu Beginn der Preisbremse, wieder nicht eingegriffen. Die Belastung bleibt für Herr und Frau Österreicher also weiter sehr hoch.
Mit dem „Krone“-Zapfsäulencheck können Sie Ihre Tankfüllung überprüfen und aufschlüsseln lassen:
Ein großer Teil des Spritpreises sind noch immer Abgaben – wie der Spritpreisrechner eindrücklich zeigt. Auf den Nettopreis kommen die fixe Mineralölsteuer und die CO2-Abgabe. Auf diese Summe werden dann nochmals 20 Prozent Mehrwertsteuer draufgeschlagen – eine Steuer auf die Steuer sozusagen.
Der Eingriff der Bundesregierung bleibt somit überschaubar. Zum Vergleich: Im April wurde noch mit zehn Cent pro Liter entlastet. Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS hat sich jedoch gegen langfristige Eingriffe bei den Öl-Multis entschieden.
Der Iran-Krieg und die entsprechenden Preisexplosionen auf dem Öl-Markt lassen die Gewinne nur so sprudeln. Ein Beispiel: Der heimische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV hat im zweiten Quartal 2026 seinen bereinigten operativen Gewinn um 65 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro gesteigert.
OMV verzeichnet Mega-Gewinn
„Natürlich ist das auch so, dass wir im Energiebereich und im Kraftstoffbereich von den höheren Preisen positive Effekte gehabt haben“, erklärte zuletzt der OMV-Chef Alfred Stern.
Gleichzeitig habe man im Nahen Osten Produktionsausfälle erlitten und durch Preisdeckel und regulatorische Eingriffe zusätzliche Kosten verzeichnet. „Das heißt, das Ergebnis wurde durch diese Dinge natürlich gedämpft, aber mehr als kompensiert durch die hohen Preise.“
„Alibi-Aktion“ wird kritisiert
Angesichts der Rekordgewinne und einer nicht enden wollenden Krise durch den Iran-Krieg setzte es an der aktuellen Preisbremse der Bundesregierung entsprechende Kritik. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) bezeichnete die Entscheidung als unzureichend. „Die Margenregelung hat bewiesen, dass sie wirkt. Dass sie abgeschwächt wurde und nun nicht mehr entschlossen eingesetzt wird, obwohl die Preise wieder anziehen, ist unverständlich“, sagte Angela Pfister, Leiterin des volkswirtschaftlichen Referats des ÖGB, in einer Aussendung.
Kritik kam auch von der FPÖ. „Das ist nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, das ist eine vorsätzliche Missachtung der Sorgen unserer Pendler, Familien und Betriebe“, so FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz. Er bezeichnete die MöSt-Senkung als „reine Alibi-Aktion“.
„Trotz der vollmundigen Ankündigungen im Frühjahr gibt es wieder keine Eingriffe bei den Gewinnen der Öl-Multis – die Sozialdemokratie hat zum wiederholten Mal klein beigegeben. Konzerne, die die Klimakrise anheizen und dabei Milliarden scheffeln, bleiben ein weiteres Mal von dieser Regierung verschont“, hieß es in einer Aussendung des Grünen Klubs im Parlament.
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