Spar-Chef im Interview

Wie können Brot, Butter und Co. billiger werden?

Oberösterreich
02.08.2026 14:00

Paul Bacher (55) ist seit Oktober Geschäftsführer der Handelskette Spar in Oberösterreich. Im Interview mit der „Krone“ spricht er über die Mehrwertsteuer-Senkung, Mogelpackungen im Handel und das Aus von Mitbewerber Unimarkt.

„Krone“: Die Mehrwertsteuersenkung gilt seit einem Monat. Butter Ihrer Eigenmarke ist um weniger als zehn Cent billiger geworden. Dringend benötigte Entlastung oder Augenauswischerei?
Paul Bacher: Es war ein großes Umstellungsprozedere und hat hohe Kosten bei uns verursacht. Aber jetzt, einen Monat später, würde ich sagen: Wir haben es uns schlimmer vorgestellt. Die Konsumenten haben sich wenig dafür interessiert.

Also mehr Kosten für Ihr Unternehmen als Ersparnis für Haushalte?
Es werden acht Euro Ersparnis pro Monat kolportiert. Ich glaube, dass es sogar mehr ist, weil sich momentan die Preise gesenkt haben. Aber ich fahre täglich bei einer Tankstelle vorbei: Diese acht Euro sind schnell verpufft durch die steigenden Spritpreise.

An welchen Schrauben müsste man drehen, damit Butter, Brot und Co. günstiger werden?
Die Preise unterliegen globalen Entwicklungen. Was wir in der Energiekrise 2022 und 2023 gelernt haben: Energie ist der große Hebel. Wenn sich die Energiekosten erhöhen, fließt das in alle Stufen der Produktion hinein.

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Energie ist der große Hebel. Wenn sich die Energiekosten erhöhen, fließt das in alle Stufen der Produktion hinein.

Paul Bacher, Geschäftsführer von Spar Oberösterreich

Seit April muss „Shrinkflation“, also Mogelpackungen, gekennzeichnet werden. Wie häufig kommt es vor, dass Hersteller bei gleichem Preis und gleicher Verpackungsgröße weniger abfüllen und die Kunden damit bewusst täuschen?
Ich kann mich an kein einziges Produkt erinnern, das wir seit Einführung dieser Regelung gehabt haben, das davon betroffen war. Wir haben konsequent gesagt: Wir wollen es nicht. Wir listen dieses Produkt dann aus.

Wirkt das Gesetz also abschreckend für Hersteller?
Mit Sicherheit. Die Industrie reagiert sicherlich auf so ein Gesetz.

Die OÖ-Zentrale des Lebensmittelhändlers befindet sich in Marchtrenk.
Die OÖ-Zentrale des Lebensmittelhändlers befindet sich in Marchtrenk.(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

Spar hat in Oberösterreich fünf Unimärkte übernommen. Wieso?
Wir haben uns um ein Paket bemüht, das Standorte umfasst, wo wir nicht vertreten waren. In Summe haben wir uns um mehr Standorte bemüht und in Oberösterreich weniger bekommen, als wir gerne hätten.

Zitat Icon

Ich habe es sehr bedauert, dass Unimarkt aus dem Markt ausgeschieden ist.

Paul Bacher, Geschäftsführer von Spar Oberösterreich

Hat Unimarkt bessere Angebote gehabt, oder lag das am Wettbewerbsrecht?
Es gab Standorte, wo die Bundeswettbewerbsbehörde ein Veto eingelegt hätte.

Spar Oberösterreich hat rund 280 Filialen. Wie viele sollen es in fünf Jahren sein?
Es gibt ganz wenige weiße Flecken, wo vielleicht noch Spar-Märkte dazukommen. Was momentan unser Hauptthema ist, ist eher die Standortverbesserung, also größere Verkaufsflächen.

Welche Strategie steckt hinter größeren Filialen?
Einfach das Kundenbedürfnis, mehr Sortiment anbieten zu können. Bio wird immer mehr, und es gibt neue Trends: vegan und vegetarisch zum Beispiel.

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