Zuletzt machte der Nussensee bei Bad Ischl Schlagzeilen, weil man darin Munition und Sprengstoff fand und der Zugang gesperrt wurde. Nun gab es wieder einen Einsatz am See. Der Grund ist diesmal ein anderer. Tierfreunde möchten ein drohendes Fischsterben abwenden.
Der Wasserstand des Nussensees sinkt dramatisch. Sauerstoff und Lebensraum für die Fische werden von Tag zu Tag knapper. Deshalb hat man sich nun entschlossen, die Tiere abzufischen.
Wasserstand dramatisch gesunken
Innerhalb von nur drei Wochen ist der Wasserstand von rund 19 Metern auf weniger als fünf Meter gesunken. Weil die Hitze in den kommenden Tagen bleiben soll, und vorerst auch kein großer Niederschlag in Sicht ist, musste man nun handeln.
Um ein massives Fischsterben zu verhindern, starten der Fischerclub Nussensee, das Fischereirevier Oberes Salzkammergut (FROSKG) und die Österreichischen Bundesforste (ÖBF) am Samstag eine Notabfischung. Denn vor allem Forellen, Saiblinge und Renken sind gefährdet. Messungen haben nämlich gezeigt, dass unterhalb von rund zwei Metern Tiefe kaum noch ausreichend Sauerstoff vorhanden ist,
Tiere werden umgesiedelt
„Wir stehen am Nussensee an einem Wendepunkt. Der See verliert jeden Tag Wasser und damit Lebensraum für die Fische. Wir handeln jetzt, solange wir noch Tiere retten können. Morgen könnte es bereits zu spät sein“, so Heimo Huber, Obmann des Fischereireviers Oberes Salzkammergut. Mehr als 50 Freiwillige sorgten am Samstag für den Abtransport und Umsiedelung der Fische. So notwendig, werden die Fische vor Ort sortiert, verarbeitet, vakuumiert und gekühlt.
Schon einmal ein Fischdrama
Bereits im Frühjahr 2006 führte eine ähnliche Situation zu einem massiven Fischsterben. Damals wurden rund 500 Kilogramm tote Fische geborgen. Karpfen- und Schleienbestände brachen um rund 80 Prozent ein, Renken und Zander gingen nahezu vollständig verloren.
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