1,2 Millionen Euro

Millionen-Flop: Woran die Packerl-Bim scheiterte

Wien
01.08.2026 11:00

Öffi-Passagiere sollten in den Straßenbahnen der Wiener Linien Aushilfspostler spielen. Doch das 1,2 Millionen Euro teure Projekt ist krachend gescheitert.

Die Paketflut in Wien wächst weiter: Alleine im vergangenen Jahr wurden in der Bundeshauptstadt rund 113 Millionen Pakete bestellt und zugestellt. Um den dazugehörigen Lieferverkehr und Stau zu reduzieren, wollten die Wiener Linien für das Projekt Öffi-Packerl ihre Kunden als Paketboten einsetzen.

Eine Studie habe gezeigt, dass viele Fahrgäste bereit sind, „fremde“ Pakete in der Straßenbahn mitzunehmen, heißt es. Die Testphase dafür startete im Frühjahr 2025 im Norden der Stadt entlang der Bimlinien 25 und 26. Das Konzept: Pakete wurden in speziellen Boxen an Haltestellen deponiert, per Bim transportiert und konnten an einer anderen Station mit einem QR-Code abgeholt werden.

Die Packerl durften auf der längsten Seite höchsten 50 cm lang und maximal 5 kg schwer sein.
Die Packerl durften auf der längsten Seite höchsten 50 cm lang und maximal 5 kg schwer sein.(Bild: Simon Wöhrer)

Eine Schneckentempo-Bim als Teststrecke
Ausgerechnet auf der Linie 26 – mit mehreren Langsamfahrstellen in Floridsdorf, die immer wieder für Verzögerungen sorgten! Wo auf manchen Abschnitten sogar Radfahrer schneller als die Bim waren – wir berichteten. Nicht gerade optimale Voraussetzungen für das Pilotprojekt. Der große Durchbruch blieb dann auch aus.

Insgesamt wurden in dem 42-monatigen Forschungs- und Entwicklungsprojekt lediglich 120 Pakettransporte durchgeführt! Ende August 2025 war also Schluss. Insgesamt flossen satte 1,2 Millionen Euro an Fördergeldern in das Forschungsprojekt, unter anderem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Die „letzte Meile“ wurde nicht gegangen
Der Abschlussbericht des Fraunhofer-Instituts fällt dementsprechend gemischt aus. Demnach funktionierte die Technik grundsätzlich. Gescheitert ist das Projekt aber an der sogenannten „letzten Meile“ – also an der Zustellung und Übergabe der Pakete an die Empfänger. Genau dort sei der organisatorische Aufwand letztlich zu groß gewesen.

Echte Postler können wohl ein Lied davon singen. Die Transportboxen wurden mittlerweile wieder abgebaut. Außer teuren (Paket-)Spesen also nichts gewesen.

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