Gianni Infantino macht einen Rückzieher – und die internationale Presse geht mit dem FIFA-Boss hart ins Gericht. „Infantino vollzieht eine peinliche Kehrtwende bei den Plänen zur Vermarktung der Weltmeisterschaft“, spottet etwa die „Daily Mail“. Zudem gibt es nun sogar Zweifel am Amtsverbleib des 56-jährigen Schweizers.
Paukenschlag am frühen Samstagmorgen: Die FIFA gibt ihre umstrittenen Investorenpläne auf. Der Vorschlag werde nicht weiterverfolgt, erklärte Infantino in einer Stellungnahme. „Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die - unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen“, begründete er seine Entscheidung.
„Demütigende Niederlage“ für FIFA-Boss
Von einer „demütigenden Niederlage“ für Infantino schreibt die britische „Daily Mail“. Der „Guardian“ titelt: „Infantinos Vorhaben, Anteile an der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, ist spektakulär gescheitert.“ In Italien atmet die „Gazzetta dello Sport“ durch: „Schluss jetzt! Die Vernunft hat gesiegt.“ Die französische „L‘Equipe“ attestiert dem Weltverband eine Krise.
Es sei „ein globaler Rückschlag für den FIFA-Präsidenten“, betont die spanische „As“. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis Infantinos abwegige Idee scheitern würde, insbesondere nach dem Rücktritt von Carlos Cordeiro, dem Chefberater der FIFA. Die UEFA führte den Widerstand an – und nun hat Infantino den Kampf verloren.“ Und „El Pais“ bringt es auf den Punkt: „Der Fußball mit seinen Millionen von Fans hat über externe Akteure gesiegt, die FIFA hat verloren.“
Infantinos Zukunft so offen wie noch nie
Nun scheint Infantino nicht mehr unantastbar zu sein. „Der Schweizer bemüht sich jetzt also um Schadensbegrenzung – regelrecht verzweifelt. Doch seine Einsicht kommt zu spät, das Machtgefüge ist ins Rutschen geraten. Plötzlich ist die berufliche Zukunft des 59-Jährigen so offen wie noch nie, eine Wiederwahl im März 2027 keine Selbstverständlichkeit mehr. Ganz im Gegenteil“, so der „Kicker“.
So sah der Plan aus
Die Pläne der FIFA um den mächtigen Präsidenten Infantino hatten vorgesehen, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzuspielen. Für die Umsetzung wollte die FIFA das Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen.

Laut Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal bis zum 19. September und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Doch all das ist nun vom Tisch ...
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