Für günstigen Wohnraum
München: 89-Jähriger verschenkt Millionen-Anwesen
Wohnraum in München ist sehr kostspielig – das weiß auch der Architekt Otto Gugger. Um bezahlbare Wohnungen in der bayrischen Landeshauptstadt zu ermöglichen, verschenkt der 89-Jährige sein Anwesen. Wert: Zehn Millionen Euro.
München ist Deutschlands teuerste Stadt – viele Bewohner leiden unter den hohen Mieten. Daran möchte Gugger etwas ändern: Mit dem Verschenken des 3.000-Quadratmeter-Grundstücks im Stadtteil Großhadern möchte er etwas Gutes tun.
„Habe es noch nie als meinen Besitz empfunden“
Die Immobilie stammt von seinem Vater, der das Haus 1934 baute. Jedoch verstarb der Mediziner, als Grugger noch ein Kind war. Der Arzt sei immer für seine Patienten da gewesen – sein Sohn und seine Tochter haben die Hilfsbereitschaft von ihrem Vater offenbar geerbt. Denn die beiden wollen das Anwesen nicht für sich behalten. „Ich habe das alles noch nie als meinen Besitz empfunden“, erklärte er gegenüber „Bild“. Er habe vielmehr das Gefühl gehabt, das Grundstück sei ihm nur anvertraut worden.
„Mit diesem Haus müssen wir etwas Gutes tun“, ist Grugger überzeugt. Er und seine Schwester, die leider an Demenz erkrankt ist, sind beide kinderlos. Mit der gemeinnützigen Stiftung „Daheim im Viertel“ will er nun leistbaren Wohnraum schaffen. Er und seine Schwester behalten jedoch ein lebenslanges Wohnrecht. Neben seinem Haus sollen nun 25 bis 30 Wohnungen entstehen – für Pflegekräfte, junge Familien, Studierende und eine betreute Wohngemeinschaft.
Der Baustart ist 2027 anvisiert, im Jahr darauf sollen die ersten Mieter einziehen. Der Großteil des neu geschaffenen Wohnraums (70 Prozent) soll um 13 Euro pro Quadratmeter angeboten werden, was der Hälfte von Münchner Neubaumieten entspricht. Der Rest soll rund 20 Prozent unter Marktpreis liegen.









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