Stabil, aber teuer

Wohnungspreise: Österreich im EU-Vergleich vorne

Wohnkrone
29.08.2025 06:34

Österreichs Immobilienmarkt stabilisiert sich, bleibt aber weiterhin teuer: Das hat der „Property Index“ von Deloitte gezeigt. So kosten Neubauwohnungen im Schnitt 2,7 Prozent mehr. Auch in Wien bleiben die Preise hoch, im EU-Vergleich ist Wohnen in der Stadt aber günstiger.

Österreichs Wohnimmobilienmarkt zeigt laut dem neuen „Property Index“ des Beratungsunternehmens Deloitte Anzeichen einer Stabilisierung: Für frei finanzierte Neubauwohnungen wurden 2024 durchschnittlich 5.053 Euro pro Quadratmeter verlangt – im Ländervergleich liegt Österreich damit hinter Luxemburg (8.760 Euro) und dem Vereinigten Königreich (5.203 Euro) auf Rang drei, mit Israel (6.131 Euro) einbezogen ergibt sich Rang vier.

Höhere Baukosten durch Inflation
Gegenüber 2023 stiegen die durchschnittlichen Neubaupreise hierzulande um 2,7 Prozent. Deloitte spricht von einer „Stabilisierung auf hohem Niveau“, begünstigt durch inflationsbedingte Baukosten und eine gedämpfte Bautätigkeit, während reale Einkommenszuwächse und eine lockerere Geldpolitik die Leistbarkeit zuletzt verbesserten.

Wien unter Metropolen günstiger
In Wien kostet der Neubau-Quadratmeter 6.432 Euro und liegt damit um mehr als ein Viertel über dem Österreich-Schnitt – im Städtevergleich bleibt die Hauptstadt aber deutlich hinter Luxemburg-Stadt (11.074 Euro), München (10.800) oder Paris (10.760). Linz kommt auf 4.579 Euro, Graz auf 3.838 Euro pro Quadratmeter. Bei Bestandsmieten bestätigt die Studie Wiens Ruf als mieterfreundliche Stadt: Während man in Luxemburg, Paris oder Dublin mit Quadratmeterpreisen von teilweise über 40 Euro rechnen muss, werden in Wien im Schnitt 10,80 Euro pro Quadratmeter fällig.

Das Balkendiagramm zeigt die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Immobilien in europäischen Städten im Jahr 2024. Tel Aviv hat mit 13.970 Euro den höchsten Wert, gefolgt von Luxemburg und München mit über 10.000 Euro. Wien liegt mit 6.432 Euro in den Top 15, Linz und Graz sind mit 4.579 Euro und 3.838 Euro auf dem 25. bzw. 36. Platz. Quelle: Deloitte.

Zu wenige Mietwohnungen
„Die Gründe für die niedrigen Durchschnittspreise bei Bestandsmieten in Wien sind vielfältig“, erklärt Gabriele Etzl, Partnerin und Immobilienexpertin bei Deloitte Legal. „Neben dem sozialen Wohnbau sind es vor allem die im Altbau gedeckelten Mieten und das tendenziell mieterfreundliche Mietrecht, die eine Besonderheit darstellen. Im frei finanzierten Neubau sowie bei Neuabschlüssen hingegen liegen die Preise über diesem niedrigen Durchschnittswert. Die Kombination aus knappen Wohnungen und erhöhter Nachfrage nach Mietwohnungen macht die Suche nach einer Mietwohnung zusehends schwieriger. Ein Engpass sollte durch rasche Neubautätigkeit daher verhindert werden.“

Es wird weniger gebaut
Weniger Baubewilligungen und sinkende Fertigstellungen treffen auf steigende Nachfrage in Ballungsräumen. Das dämpft Transaktionen, stützt aber die Preise im Neubausegment. Europaweit verzeichnete Deloitte 2024 eine gebremste Bautätigkeit.

KIM-Verordnung bremste Kreditvergabe
Die bis 30. Juni 2025 geltende KIM-Verordnung (u.a. 20 Prozent Eigenmittel, 40 Prozent Schuldendienstgrenze, max. 35 Jahre Laufzeit) bremste die Kreditvergabe spürbar. Mit der Aussicht sinkender Leitzinsen hellte sich die Stimmung Ende 2024 und Anfang 2025 auf. Im Bestand stabilisierten sich die Preise, Neubaupreise blieben überwiegend stabil.

Immobilien sind beliebte Anlageform
„Wohnimmobilien bleiben eine gefragte Assetklasse“, so Deloitte: In Städten und Ballungszentren bleibe die Nachfrage hoch, der Rückgang bei Neubauten könnte mittelfristig zu weiterer Knappheit und steigenden Preisen im Neubausegment führen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt