Folge der Waldbrände
Seltener Feuersturm in Frankreich aufgetreten
In Frankreich ist erstmals ein äußerst seltener Feuersturm aufgetreten, der eine glühend heiße Wolke hervorgebracht hat. Das mache die Lage „völlig unberechenbar“, sagte Feuerwehrsprecher Eric Brocardi. Die Feuer speienden Drachen, wie sie die NASA bezeichnet, wurden bisher vor allem bei Vulkanausbrüchen und riesigen Bränden in Australien und Kanada beobachtet.
Die Wolke entsteht, wenn sich bodennahe Luft so stark erhitzt, dass sie schnell zusammen mit Rauch, Wasserdampf und Asche aufsteigt. Dies geht oft mehrere Kilometer hoch bis in die Stratosphäre, wo das Gemisch auf kühlere Luftmassen trifft und gar ein eigenes Wettersystem mit starken Winden erzeugt. Oft schießen sogar Blitze aus der Wolke zu Boden und es entsteht ein grollendes Geräusch.
In Frankreich sei das Phänomen „beispiellos“, sagte Brocardi. Der Feuersturm könne meist weder gelöscht noch unter Kontrolle gebracht werden. Die Winde würden nämlich ständig die Richtung wechseln. „Die Folge ist, dass es sich in alle Richtungen ausbreitet und mehrere Feuerfronten bildet, was die Lage völlig unberechenbar macht“, sagte der Sprecher der Feuerwehr. Entweder es komme dann Regen, „wobei es drei Tage lang heftig schütten müsste“, oder man finde einen Weg, „das Feuer an einen Ort zu lenken, an dem es von selbst erlischt – zum Beispiel am Meer“.
Hier sehen Sie eine Aufnahme von dem Feuersturm:
„Entzieht sich unserer Kontrolle“
„Wir müssen anerkennen, dass sich diese Naturgewalt unserer Kontrolle entzieht“, sagte er weiter. Die Feuerwehr könne aber zusätzlich zur direkten Brandbekämpfung viel tun, etwa strategisch wichtige Punkte verteidigen und Tiere vor den Flammen in Sicherheit bringen. Am Dienstag waren beide Brände bei Bordeaux unter Kontrolle. Die Lage bleibe aber schwierig, sagte die Senatorin für das Departement Gironde, Nathalie Delattre. 2500 Feuerwehrleute, 18 Löschfahrzeuge und 1500 Soldatinnen und Soldaten sind in der Region im Einsatz. Unterstützung ist auch aus dem Ausland eingetroffen.
So viel Fläche ist bei Bordeaux schon verbrannt:
Am Montag wurden an zahlreichen Stellen Schneiden in den Wald gerodet, um ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Seit vergangenem Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen in der Urlaubsregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht, darunter auch viele Touristinnen und Touristen. Der Brand hat bereits ungefähr 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört, das ist eine Fläche größer als die Stadt Köln.
Waldbrände in Portugal ausgebrochen
In Spanien brannte es am Dienstag in der Provinz Castellón im Osten des Landes, in der Provinz Ávila westlich von Madrid sowie in den benachbarten Regionen Madrid und Toledo. Im Osten Spaniens mussten etwa 16.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Auch im benachbarten Portugal sind mehrere Waldbrände ausgebrochen. Betroffen sind Buschlandschaften im Zentrum und Norden des Landes.










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