Am 11. Juli veröffentlichte Sara Gilson ein Video auf TikTok, das inzwischen mehr als 15 Millionen Mal aufgerufen wurde. Darin schrieb sie zynisch: „Ich bereite mich darauf vor, wenn Netflix eine Dokumentation über meinen baldigen Ex-Mann herausbringt, von dem ich gerade herausgefunden habe, dass er pädophil ist.“ Nun ist sie tot.
Das Video war Teil eines derzeit beliebten TikTok-Trends. Nutzer setzen sich dabei vor die Kamera, als würden sie für eine spätere Netflix-Dokumentation über ihr Leben interviewt werden. Die Beiträge reichen von harmlosen Scherzen bis hin zu sehr persönlichen Geständnissen und traumatischen Erlebnissen.
Sara Gilson nutzte die Challenge, um schwere Vorwürfe gegen ihren Noch-Ehemann Jeremiah „Shawn“ Duffey öffentlich zu machen. Unter ihr Video schrieb sie außerdem: „Ich wünschte, ich würde scherzen.“ Millionen Menschen sahen den Clip – niemand ahnte, wie tragisch seine Worte schon bald wirken würden.
Kind alarmierte die Polizei
Am Abend des 23. Juli rückte die Polizei zu Gilsons Haus in Owasso im US-Bundesstaat Oklahoma aus. Ein Kind, das dort lebte, hatte den Notruf gewählt. Die Beamten fanden die 43-jährige Influencerin und ihren 48-jährigen Noch-Ehemann mit Schussverletzungen vor.
Nach Angaben der Ermittler erschoss Duffey zunächst seine Frau und richtete anschließend die Waffe gegen sich selbst. Für beide kam jede Hilfe zu spät.
Die Tragödie hatte sich offenbar angekündigt. Bereits im Juni hatte Sara Gilson eine einstweilige Schutzanordnung gegen ihren Mann beantragt. Laut Gerichtsunterlagen gab sie an, er besitze eine Schusswaffe, habe mit Suizid gedroht und sei zeitweise untergetaucht. Die Schutzanordnung wurde später verlängert.
Hier ist das TikTok eingebunden:
Mama-Influencerin begeisterte Tausende
Unter dem Namen „mrsgilson“ hatte sich Sara Gilson auf TikTok eine große Fangemeinde aufgebaut. Als Mama-Influencerin teilte sie Einblicke in ihren Familienalltag, sprach offen über das Leben als Mutter und gab Mode- und Lifestyle-Tipps. Gerade diese Mischung aus Ehrlichkeit und Alltagsnähe macht Mama-Influencerinnen so erfolgreich – viele Follower fühlen sich ihnen besonders verbunden und vertrauen ihnen.
Umso größer ist nun die Bestürzung. Aus einem viralen Netflix-Trend wurde innerhalb weniger Tage eine erschütternde Realität. Das Video, das ursprünglich wie ein sarkastischer Kommentar wirkte, wird heute von Millionen Menschen als beklemmende Vorahnung einer unfassbaren Tragödie gesehen.
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