Plötzlich war er da

Schon wieder trifft Meteotsunami auf Urlaubsort

Ausland
27.07.2026 15:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wieder steigt das Meer plötzlich an, wieder stehen Cafés und die Uferpromenade unter Wasser. Bereits zum dritten Mal innerhalb von rund zehn Tagen sorgt ein ungewöhnliches Naturphänomen – diesmal auf der Insel Hvar - für Staunen bei Kroatien-Urlaubern – und für Anspannung bei den Einheimischen.

Bereits zum dritten Mal innerhalb von rund zehn Tagen ist es in der Region zu einem sogenannten Meteotsunami gekommen. Wie mehrere kroatische Medien, darunter Index.hr, berichten, stieg der Meeresspiegel am Sonntag gegen 13.30 Uhr rund 40 Zentimeter über dem Normalwert an. Die Riva in Stari Grad sowie Terrassen von Cafés und Restaurants wurden überflutet.

Wasser zieht sich kurz darauf wieder zurück
Doch damit war das ungewöhnliche Schauspiel noch nicht vorbei. Laut den Berichten fiel der Meeresspiegel anschließend auf etwa 15 Zentimeter unter den Normalwert zurück. Insgesamt schwankte der Wasserstand damit innerhalb kurzer Zeit um rund 55 Zentimeter.

Begleitet wurde das Ereignis von starkem Wind mit Böen von bis zu 70 km/h, der auch den Fährverkehr beeinträchtigte. Größere Regenmengen wurden dagegen kaum registriert.

Urlaubsparadies unter Wasser: Rätselhafte Wellen überraschen Touristen.
Urlaubsparadies unter Wasser: Rätselhafte Wellen überraschen Touristen.(Bild: facebook.com/Tonči Lav Carić, Krone KREATIV)

Auffällige Serie in diesem Sommer
Bereits Mitte Juli hatte Stari Grad ein ähnliches Ereignis erlebt. Wie „Jutarnji list“ damals berichtete, stieg der Meeresspiegel in der Nacht plötzlich um rund 30 Zentimeter an. Das Wasser drang bis in Häuser, Restaurants und Cafés vor. Wenig später fiel der Pegel auf etwa 60 Zentimeter unter den Normalwert. Im flachen Hafen lagen daraufhin mehrere Boote auf dem Trockenen, während die Feuerwehr Wasser aus überfluteten Bereichen abpumpte.

Schon damals berichteten kroatische Medien von chaotischen Szenen mit umhergetriebenen Möbeln und gestrandeten Booten. Touristen wurden von dem Naturereignis völlig überrascht.

Kein Tsunami durch Erdbeben
Trotz des Namens hat ein Meteotsunami nichts mit einem klassischen Tsunami nach einem Erdbeben zu tun. Ausgelöst wird das Phänomen durch rasche Änderungen des Luftdrucks und starke Windfelder. Treffen diese mit der passenden Geschwindigkeit auf die Wasseroberfläche, können sich die Wellen gegenseitig verstärken.

Besonders anfällig sind langgestreckte, flache Buchten wie jene von Stari Grad. Dort können sich die Wassermassen zusätzlich aufschaukeln, wodurch der Meeresspiegel innerhalb weniger Minuten stark ansteigt – und anschließend ebenso rasch wieder absinkt.

Experten sehen Resonanz-Effekt
Das Phänomen zwar grundsätzlich zu den bekannten Naturerscheinungen an der Adria. Besonders betroffen sind neben Stari Grad auch Vela Luka und Mali Lošinj. Ozeanograf Mirko Orlić erklärt gegenüber kroatischen Medien, dass sogenannte Resonanz-Effekte in den Buchten für die besonders starken Schwankungen verantwortlich sind.

Die auffällige Häufung solcher Ereignisse in diesem Sommer wird in den kroatischen Medien zudem mit veränderten Wetterlagen und stärkeren Temperaturgegensätzen in Verbindung gebracht.

Touristen staunen, Einheimische bleiben vorsichtig
Schwere Schäden oder Verletzte wurden bei den jüngsten Ereignissen nicht gemeldet. Meist blieben überflutete Terrassen, kurzfristige Einschränkungen für Lokale sowie Probleme für Boote im Hafen zurück.

Während viele Urlauber das seltene Naturschauspiel als spektakuläre Attraktion beobachten, warnen Einheimische davor, die plötzlich auftretenden Strömungen zu unterschätzen. Gerade in den engen Hafenbereichen kann sich die Lage innerhalb weniger Minuten komplett verändern.

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