Autozulieferer in Not

Zittern bei Elko König: 180 Jobs bedroht

Wirtschaft
24.07.2026 15:25
Der Vorarlberger Motorenbauer Elko König in Rankweil hat alle 180 Beschäftigten beim AMS zur Kündigung angemeldet. Während die Firma von einer reinen Vorsichtsmaßnahme spricht, macht sich bei der Belegschaft große Unsicherheit breit. Die Zukunft hängt nicht zuletzt von einem möglichen Partner aus Indien ab.

Der Rankweiler Motorenhersteller Elko König hat für seine gesamte Belegschaft von etwa 180 Personen eine Frühwarnmeldung beim Arbeitsmarktservice (AMS) eingereicht. Dieser Akt sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte die Geschäftsführung auf Anfrage des ORF Vorarlberg. Diese Meldung soll dem AMS ermöglichen, sich auf mögliche Kündigungen vorzubereiten. Rechtlich bedeutet der Schritt allerdings auch, dass das Unternehmen nun für einen Zeitraum von 30 Tagen keine Kündigungen oder einvernehmliche Auflösungen aussprechen darf. Alle in dieser Frist ausgesprochenen Entlassungen wären unwirksam.

Hoffen auf Partner aus Indien
Die Zukunft des Unternehmens hängt entscheidend von einer Partnerschaft mit einem führenden Industrieunternehmen aus Indien ab. Zwar läge laut Geschäftsführung bereits eine unterzeichnete Absichtserklärung vor, eine endgültige Einigung scheint aber noch nicht erzielt worden zu sein. Diese Kooperation soll Teile des Geschäfts langfristig absichern und neue Perspektiven für die Produktion in Rankweil schaffen. Vertreter des potenziellen Partners waren erst kürzlich für mehrere Tage in Vorarlberg, um die Verhandlungen voranzutreiben.

Gewerkschaft sieht ernste Lage
Trotz dieses doch recht konkreten Hoffnungsschimmers bewerten Gewerkschaft und Arbeitsmarktservice die Situation als ernst. Marcel Gilly, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft GPA, erklärte, dass ein Unternehmen bei einer solchen Meldung davon ausgehe, dass es tatsächlich zu den Kündigungen kommen könnte.

Unruhe in der Belegschaft
Die Meldung beim AMS erfolgte kurz vor dem Beginn des Betriebsurlaubs. Damit will sich das Unternehmen Zeit für wichtige Entscheidungen verschaffen. Die Belegschaft wird den Urlaub allerdings nicht genießen können: Bereits seit Längerem ist die schlechte wirtschaftliche Lage intern ein großes Thema, zudem sollen laut den „Vorarlberger Nachrichten“ verspätete Gehaltszahlungen für zusätzliche Verunsicherung gesorgt haben – die offenen Beträge sind aber mittlerweile beglichen worden.

Überraschend kommt die Zuspitzung bei Elko König nicht: Das Traditionsunternehmen befindet sich seit einem Sanierungsverfahren im Jahr 2024 in einem Restrukturierungsprozess. Bereits vor zwei Jahren hat man damit begonnen, den defizitären Zylinderbereich sukzessive abzuwickeln. Im Mai diesen Jahres wurde die Produktion endgültig eingestellt, was für rund 70 Mitarbeitende das Ende ihres Dienstverhältnisses bedeutete.

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