Der Vorarlberger Dialekt hat bekanntlich seine Eigenarten, insbesondere im Osten Österreichs versteht man nicht immer, was einem der Alemanne sagen will. Der Kabarettist und Autor Stefan Vögel will mit „Vögels Lexikon“ Abhilfe schaffen und Brücken bauen. Heute erklärt er den Begriff „Hampfla“.
Ein überall in Voradelberg bekanntes und typisch alemannisches Mengenmaß ist die Hampfla. Gemeint ist damit eine Handvoll eines vorerst unbestimmten Materials. In dieser Hinsicht ist die Hampfla dem Schübel sehr ähnlich, zumindest was die Größenordnung betrifft.
Der Unterschied zwischen beiden Wörtern liegt hauptsächlich darin, was genau die Hand vollumfänglich füllt. Bei einer Hampfla ist meistens eine Stoffmenge gemeint, die zuvor mit der Hand gepflückt oder auch gesammelt wurde (a Hampfla Gräs, a Hampfla Bluama, a Hampfla Kies, a Hampfla Kriase) und welche anschließend oft anhand dieses Maßes quantifiziert wird („Luag, i han Kriase pflückt – nimm dr drei, vier Hampfla us em Kübel!“).
Genau wie der Schübel auch wird die Hampfla im übertragenen Sinn zudem verwendet, um eine nicht exakt definierte, jedoch stattliche Anzahl zu umschreiben, wie zum Beispiel von Kindern in einer Familie: „Frog mi ned, wövel Kind dia hond – aber amol a ganze Hampfla (voll)!“ Diese Handvoll Kinder orientiert sich gedanklich ungefähr an den fünf Fingern einer Hand, wobei die genaue Zahl wie bereits erwähnt variieren kann.
Abgeleitet von der Hampfla ist das Umstandswort hampflawis (wörtlich: „handvollerweise“). Damit drückt der Alemanne aus, dass ein Material in großer Menge oder auch gierig mit den Händen erfasst oder auch schlichtweg konsumiert wird („Er hot hampflawis Wibeerle g‘essa – drum hot er jo so Buchweh!“).
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