Landesgeologe:

„Aktuelle Felsstürze sind schon ungewöhnlich“

Salzburg
18.07.2026 07:00

Mehrere Felsstürze im Pongau an nur einem Tag. Eine 67-jährige Flachgauerin wurde bei einem Unglück in Hüttschlag tödlich verletzt, zwei andere Felsstürze verliefen glimpflich. Die „Krone“ hat sich mit dem Landesgeologen Gerald Valentin über die aktuelle Situation in den heimischen Bergen unterhalten.

Zu teils tragischen Felsstürzen ist es am Donnerstag im Pongau (Salzburg) gekommen. In Hüttschlag wurde eine 67-jährige Flachgauerin tödlich von einem Felsblock verletzt. In Dienten gingen zwei große Felsstürze glimpflich aus.

Die getötete Flachgauer Wanderin hatte laut dem Landesgeologen Gerald Valentin „großes Pech.“ Mehrere Felsplatten hatten sich im Schödertal aus der Wand gelöst und waren in die Tiefe gestürzt. „Nur eine davon erreichte auch den Wanderweg.“ Ausgerechnet dieser Brocken traf die Frau. Durch einen Schaden im Schutzwald wegen eines früheren Windwurfs konnte der Fels bis zum Weg gelangen. Alle anderen wurden von den Bäumen aufgehalten.

„Für dieses Wetter ohne dramatische Regenfälle sind die Felsstürze doch ein wenig ungewöhnlich“, sagt Valentin im Gespräch mit der „Krone“. Steinschläge entstehen normalerweise vermehrt, wenn sich mehr Wasser in den Felsen befindet. Für Bergsportler gibt er aber Entwarnung. Unter 2500 Metern Seehöhe sei es derzeit nicht gefährlicher als sonst auch. Über 2500 Meter Seehöhe schaut die Sache wieder anders aus. „Die Hitze im hochalpinen Gelände spüren wir gerade total. Der Permafrost schmilzt dahin und bringt damit neue Felsstürze“, so der Geologe, der in dieser Höhe dem Klimawandel eine Mitschuld gibt.

Generell sind Felsstürze in Salzburg keine Seltenheit. „Größere haben wir hier fast jährlich. Das sind natürliche Erosionserscheinungen.“ Valentin spricht dabei von einem natürlichen geologischen Prozess. Da immer mehr Menschen in den Bergen unterwegs sind, fallen Felsstürze auch öfter auf. Durch die schnelle Veröffentlichung der Videos in den sozialen Medien verbreiten sich diese dann auch wie ein Lauffeuer. Der Geologe rät abschließend: „Jeder sollte raus in die Natur gehen und die Zeit dort genießen.“

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