Mit 1,64 Promille und ordentlich viel Aggressionspotenzial versetzte ein Mediziner seine Familie in Angst und Schrecken. Der 49-Jährige stand nun wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt in St. Pölten vor Gericht.
„Wenn es mir zu viel wird, dann greife ich zum Bier.“ Wieder einmal ordentlich zugelangt – oder besser gesagt: getankt – hatte ein Medizinier am Ostermontag. Schon die Wochen davor seien für den 49-Jährigen sehr belastend gewesen. Jobwechsel, Umzug in ein anderes Bundesland, Unstimmigkeiten mit der Ex. Ein Streit mit seiner Frau habe das Fass dann zum Überlaufen gebracht – oder zumindest den Anstoß dafür gegeben. Drei bis vier Bier zum „Frühstück“ sollten Linderung bringen.
Am Weg zur österlichen Familienfeier flossen innerhalb von 90 Minuten Autofahrt erneut drei Bier die Kehle des Arztes hinunter. Endlich angekommen, ging es beim Osterfest mit dem Alkoholkonsum fröhlich weiter. Bis er mit seinen Geschwistern derart in Streit geriet, dass sein Sohn aus lauter Angst die Polizei rief. Der 19-Jährige hätte seinen aggressiven Vater nach Hause fahren sollen. Als die Beamten eintreffen, reißt er sich los und flieht.
Vor Gericht bekannte er sich schuldig. Bereits vor fünf Jahren war es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. „Ich habe schon seit meiner Kindheit ein Alkoholproblem. Mein Papa hat mich auf die Baustelle mitgenommen, dort haben wir was getrunken“, erklärt der Angeklagte. Da sei er zehn Jahre alt gewesen. Entzug und Therapie hätten auf Dauer keinen Erfolg gebracht. Auch Yoga und Meditation hätte der 49-Jährige ausprobiert.
Angeklagtem Diversion angeboten
Wenn die Belastung zu groß wird, passiert es immer wieder. „Der mostviertlerische Umgang mit Alkohol“ sei dabei sicher nicht förderlich, bringt es Frau Rat beim Prozess um Widerstand gegen die Staatsgewalt zum Nachteil eines Polizeibeamten auf den Punkt. Nun fasste der Arzt vor Gericht eine Geldbuße von 11.000 Euro aus. Berufliche Konsequenzen habe der Arzt schon zuvor zu spüren bekommen.
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