Wie geht´s weiter?

Bei uns hängen 4000 Jobs am Krisen-Konzern VW

Oberösterreich
15.07.2026 10:00

Der deutsche Autohersteller kürzt radikal – das könnte auch viele heimische Zulieferbetriebe treffen, insbesondere in Oberösterreich. Wifo-Experte Klaus Friesenbichler warnt, Branchenvertreter Rudolf Mark beruhigt.

Paukenschlag im Nachbarland: Der deutsche Autokonzern VW baut, wie berichtet, bis zu 50.000 Stellen ab. Zudem soll die Modellpalette um die Hälfte gekürzt werden. Dieses Erdbeben in der Konzernzentrale in Wolfsburg könnte Wellen bis zu uns schlagen. Denn laut Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo und des Lieferketteninstituts ASCII stehen in der österreichischen Zulieferindustrie rund 6300 Jobs in direkter Verbindung zu VW – etwa zwei Drittel davon, nämlich 4000, entfallen auf Oberösterreich.

Chinesen könnten Werke von VW übernehmen
Viele der heimischen Zulieferbetriebe stehen direkt oder indirekt mit dem Volkswagen-Konzern in Verbindung: „VW ist zu groß, um nicht an VW zu liefern“, sagt Rudolf Mark, Sprecher des Automobilclusters in Oberösterreich und Geschäftsführer der Mark Metallwarenfabrik aus Spital am Pyhrn.

Die VW-Krise sieht er dennoch entspannt: „Es werden nur unwesentlich weniger Autos in Europa produziert werden.“ Denn, so Mark, wenn der deutsche Konzern Werke schließt, könnten chinesische Autohersteller die aufgelassenen Produktionsstätten übernehmen – das wiederum sei eine Chance für Zulieferer aus OÖ. „Natürlich ist es auch eine Herausforderung, an chinesische Produzenten zuzuliefern. Wir müssen wesentlich schneller und preiswerter werden“, sagt Mark.

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Wir sehen das entspannt. Es werden nur unwesentlich weniger Autos in Europa produziert werden.

Rudolf Mark, Sprecher des Automobilclusters in OÖ

Elektro-Autos benötigen weniger Komponenten
Weniger optimistisch ist Wifo-Ökonom Klaus Friesenbichler: „Die Abhängigkeit von den Deutschen ist ein Dilemma. Als Zulieferer hängt man an Entscheidungen, die in Wolfsburg getroffen werden.“ Heimische Betriebe könnten versuchen, schlägt Friesenbichler vor, ihr Geschäft breiter aufzustellen und Alternativen zur Autoindustrie zu finden.

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Die Abhängigkeit von den Deutschen ist ein Dilemma. Als Zulieferer hängt man an Entscheidungen, die in Wolfsburg getroffen werden.

Klaus Friesenbichler, Industrieökonom am Wifo

Auch in der Umstellung Richtung Elektro-Antriebe sieht der Ökonom eine Herausforderung für Zulieferer: „Wenn man E-Autos produziert, benötigt man weniger Komponenten. Die Produktion der Teile braucht grosso modo ein Drittel weniger Beschäftigte. Das bringt Druck für den regionalen Arbeitsmarkt.“ Insgesamt zählt die Automobilindustrie inklusive Zulieferbetrieben in Oberösterreich 280 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit 31.000 Beschäftigten.

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